Nach Demo: Neue Gespräche für Lauda-KV

Viele Lauda-Mitarbeiter erschienen mit ihren Kindern zur Demo (Foto: Jan Gruber).
Viele Lauda-Mitarbeiter erschienen mit ihren Kindern zur Demo (Foto: Jan Gruber).

Nach Demo: Neue Gespräche für Lauda-KV

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Viele Lauda-Mitarbeiter zogen am Donnerstag für eine Kundgebung durch Wien-Innere Stadt, um auf ihre verzwickte Situation aufmerksam zu machen. Die Geschäftsleitung setzte eine neue Deadline für den Abschluss des Kollektivvertrags. WKO und Vida werden am Mittwoch nochmals verhandeln. Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) versucht zu vermitteln.

Am Dienstagvormittag demonstrierten zwischen 300 und 400 Lauda-Mitarbeiter vor dem Parlament und zogen anschließend durch den Volksgarten vor das Ersatzquartier des Nationalrats, vorbei an Präsidentschaftskanzlei und Bundeskanzleramt. Die Abschlusskundgebung fand für dem Wiener Rathaus statt. Die Teilnehmeranzahl war diesmal enorm hoch, wobei die Piloten eindeutig in der Mehrzahl waren. Viele brachten ihre Kinder mit und demonstrierten zum Teil mit diesen am Arm.

Nicht teilgenommen hat an der Kundgebung der Betriebsrat des Unternehmens, der von der Geschäftsleitung nicht anerkannt ist und angeblich keinen nennenswerten Rückhalt in der Belegschaft, behaupteten zumindest die Demonstranten. Über eine von der Gewerkschaft verschickte Medienmitteilung stellt sich der Betriebsrat allerdings nicht hinter die vielen demonstrieren Lauda-Mitarbeiter: „Ich bin erschüttert, in welcher Form das Unternehmen die Belegschaft vor seinen Karren zu spannen versucht, um sie für seine Propagandazwecke zu missbrauchen“, so Kerstin Hager, Vorsitzende des Gremiums. „Da ich meine Aufgaben als Betriebsratsvorsitzende erfüllt und Missstände im Unternehmen angeprangert habe, hat sich das Management auf meine Person eingeschossen, um den Betriebsrat insgesamt bei der Belegschaft schlecht zu machen“.

Weiters decken sich die Ausführungen von Kerstin Hager vollständig mit jenen Aussagen, die die Gewerkschaft Vida und deren Vorsitzender Roman Hebenstreit in den letzten Tagen gegenüber diversen Medien erhoben haben. Besonders heftig wird kritisiert, dass ein künstlicher Druck aufgebaut werden würde, den man bereits im Zuge der Kurzarbeit gesehen habe. Diese könnte man auf bis zu zwei Jahre verlängern, so dass aus Sicht von Hager und Vida keine Notwendigkeit für einen neuen KV bestehen würde.

Die Geschäftsleitung der Fluggesellschaft Lauda teilte in einem Schreiben an die Vida und WKO mit, dass eine neue Deadline bis Donnerstag gesetzt wird. Andernfalls werde Ryanair am Freitag die Aufnahme von 65 Strecken, die mit insgesamt 18 Boeing 737-800 bedient werden sollen, verkünden. Der Entwurf der Pressemitteilung wurde von Ryanair bereits an diverse Medien verteilt.

Neue Verhandlungen, Staatssekretär vermittelt

Im Nachgang der Demonstration ergab sich, dass die Wirtschaftskammer Österreich an die Gewerkschaft Vida eine Einladung zu weiteren Gesprächen ausgesprochen hat. Diese werden am 3. Juni 2020 ab 17 Uhr 00 im Gebäude der WKO in Wien stattfinden. Beide Sozialpartner haben diesen bestätigt.

Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) versucht nun zwischen dem Unternehmen bzw. der WKO und der Gewerkschaft zu vermitteln. Einmischen will er sich allerdings nicht, sondern lediglich meditieren. Sein Büro teilte dazu mit: „Staatssekretär Brunner hat seitens der Bundesregierung, Gespräche mit der Gewerkschaft, der Wirtschaftskammer und der Unternehmensführung geführt und dabei an die Beteiligten appelliert Schritte aufeinander zu zumachen. Klar ist dabei, dass die Sozialpartnerschaft ein in Österreich bewährtes System ist und Kollektivvertragsverhandlungen Sache der Arbeitnehmer und Arbeitgebervertreter sind.“

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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