Am internationalen Flughafen Nadi auf den Fidschi-Inseln führt ein Mangel an Kerosin der Spezifikation Jet A-1 zu Einschränkungen im zivilen Flugbetrieb.
Ursache für den Versorgungsengpass ist die Abweisung einer verunreinigten Treibstofflieferung bei der Qualitätsprüfung vor der Einspeisung in das örtliche Tankanlagensystem. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, haben die zuständigen Luftfahrtbehörden und Treibstofflieferanten vorgeschrieben, dass die meisten internationalen Fluggesellschaften bis mindestens zum 31. August 2026 zusätzlichen Treibstoff für den Rückflug bereits beim Abflugort mitführen müssen (Tankering).
Von dieser Verpflichtung ausgenommen sind die nationale Fluggesellschaft Fiji Airways sowie Fluggesellschaften, die über direkte Lieferverträge mit dem lokalen Energieversorger Petro Oceania Energy verfügen. Nicht-linienmäßige Fluginhalte sowie Gelegenheitsverkehr müssen ihren Treibstoffbedarf an Ausweichflughäfen außerhalb des Inselstaats decken. Ausnahmen von diesen Beschränkungen gelten ausschließlich für medizinische Evakuierungsflüge, um die Notfallversorgung der Region nicht zu gefährden.
Das Verfahren des Treibstoff-Tankerings stellt Fluggesellschaften vor logistische und operative Herausforderungen. Durch das Mitführen von Treibstoff für den Hin- und Rückflug steigt das Startgewicht der Maschinen erheblich an, was zu einem höheren Kerosinverbrauch auf der Hinreise führt. Zudem müssen Fluggesellschaften auf Langstreckenverbindungen unter Umständen die Nutzlast begrenzen, indem Frachtkontingente gestrichen oder die Anzahl der verkauften Passagiersitze reduziert werden, um die maximal zulässigen Start- und Landegewichte nicht zu überschreiten.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass der Vorfall die Verwundbarkeit isolierter Inselstaaten bei der Versorgung mit Flugtreibstoff aufzeigt. Da Flughäfen wie Nadi im Pazifikraum auf Seefrachtlieferungen angewiesen sind, führen Lieferausfälle oder Qualitätsmängel bei einzelnen Schiffsladungen unmittelbar zu operativen Versorgungsengpässen. Die betroffenen Fluggesellschaften stehen nun vor dem Problem, die zusätzlichen Betriebskosten für das mitgeführte Gewicht zu kompensieren und Flugplanverzögerungen im Pazifikverkehr abzufangen.