de Havilland Dash 8-400 (Foto: Flughafen Graz).
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Neue Flugverbindung: Air Uniqon verbindet Berlin mit der Bodenseeregion

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Die neu gegründete virtuelle Fluggesellschaft Air Uniqon hat den Linienbetrieb zwischen dem Flughafen Berlin Brandenburg (BER) und Friedrichshafen aufgenommen. Damit wird nach einer zehnjährigen Unterbrechung erstmals wieder eine direkte Flugverbindung zwischen der Hauptstadtregion und dem industriell geprägten Wirtschaftsraum im Süden Baden-Württembergs angeboten. Die Strecke wird viermal wöchentlich an den Tagen Montag, Mittwoch und Freitag bedient. Die Flugzeiten wurden in enger Abstimmung mit regionalen Unternehmen am Bodensee konzipiert, um eintägige Geschäftsreisen durch attraktive Tagesrandlagen zu ermöglichen. Die reine Flugzeit beträgt etwa 90 Minuten, was eine deutliche Zeitersparnis gegenüber Bahn- oder Pkw-Reisen darstellt.

Hinter dem Start-up Air Uniqon steht eine Initiative der regionalen Wirtschaft, die den Standort Friedrichshafen wieder stärker an das nationale Flugnetz anbinden möchte. Als virtuelle Airline verfügt das Unternehmen über kein eigenes Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC), sondern lässt die Flüge von der Partnergesellschaft Avanti Air durchführen. Zum Einsatz kommt ein Turboprop-Flugzeug vom Typ Bombardier Dash 8-Q400 mit einer Kapazität von 78 Sitzplätzen. Dieser Flugzeugtyp gilt als besonders effizient für Kurzstrecken und ist in der Lage, auch auf kleineren Regionalflughäfen unter wirtschaftlichen Bedingungen zu operieren. Die Gründung von Air Uniqon erfolgte im Februar 2025 als direkte Reaktion auf den Rückzug großer Netzwerk-Carrier aus der Fläche.

Aletta von Massenbach, Chefin des Flughafens Berlin Brandenburg, begrüßte die neue Verbindung als wichtigen Lückenschluss für den Austausch zwischen Gründerszene, Politik und Industrie. Der Flughafen Friedrichshafen profitiert von diesem Impuls, da die exportorientierte Wirtschaft am Bodensee auf schnelle Erreichbarkeit angewiesen ist. Zusätzliche Branchenrecherchen ergeben, dass der Standort Friedrichshafen in der Vergangenheit unter dem Wegfall von Zubringerflügen litt, was die Standortattraktivität für internationale Konzerne beeinträchtigte. Durch die Kooperation mit Avanti Air nutzt Air Uniqon zudem die Erfahrung eines etablierten Charter- und Wetlease-Spezialisten, um die operative Stabilität der neuen Route zu gewährleisten.

Marktbeobachter werten das Modell von Air Uniqon als interessanten Nischenansatz im deutschen Luftverkehrsmarkt. Während Großflughäfen zunehmend auf internationale Langstrecken setzen, entstehen an Regionalflughäfen vermehrt privatwirtschaftlich initiierte Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Die Einbindung lokaler Firmen in die Flugplanung soll eine stabile Grundauslastung sichern, die über den reinen Tourismus hinausgeht. Neben Geschäftsreisenden adressiert das Angebot auch Städtereisende und Pendler in der Vierländerregion Bodensee. Mit dem Erstflug nach Berlin setzt das Unternehmen ein Zeichen für die Renaissance regionaler Luftverkehrskonzepte in Deutschland.

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