Boeing 777 (Foto: Swiss).
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Neue Kabinen: Swiss beauftragt Bucher mit der Ausstattung der Boeing 777-300ER Flotte

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Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss International Air Lines (Swiss) treibt die Erneuerung ihres Kabinenprodukts konsequent voran und hat das spezialisierte Unternehmen Bucher mit der Ausstattung ihrer Boeing 777-300ER Flotte beauftragt. Im Rahmen des umfassenden Modernisierungsprogramms Swiss Senses werden insgesamt 12 Langstreckenflugzeuge dieses Typs mit neuen Bordküchen und Kabinenelementen ausgestattet. Diese Entscheidung markiert die Fortsetzung einer langjährigen Partnerschaft zwischen dem Kabinenspezialisten aus Fällanden und der nationalen Fluggesellschaft der Schweiz.

Neben der Boeing-Flotte umfasst die Kooperation auch das laufende Retrofit-Programm für 14 Airbus A330-300. Die technologische Neugestaltung zielt primär auf eine Steigerung der betrieblichen Effizienz und eine Optimierung der Catering-Logistik ab. Durch die Integration neuer Sitzgenerationen verändern sich die Positionen der Kabinenmonumente, was eine vollständige Neukonstruktion der Galley-Layouts erforderlich macht. Besondere technische Merkmale des Programms sind innovative Abfallentsorgungssysteme und modernisierte Arbeitsplätze für die Kabinenführung, die eine zentrale Steuerung der Bordunterhaltung ermöglichen.

Technologische Innovationen im Bereich der Bordküchen

Die technische Ausstattung der Bordküchen nimmt bei diesem Modernisierungsprojekt eine zentrale Rolle ein. Ein wesentliches Merkmal für die Boeing 777-300ER ist die Einführung einer vakuumgestützten Abfallentsorgungseinheit für Flüssigkeiten. Dieses System wurde entwickelt, um den Entsorgungsprozess während des Fluges zu beschleunigen und gleichzeitig das Risiko von Verstopfungen in den Rohrleitungen zu minimieren. Für die Fluggesellschaft bedeutet dies eine erhebliche Reduktion des Wartungsaufwands und eine Vermeidung von betrieblichen Störungen, die durch defekte Entsorgungssysteme entstehen könnten.

Zusätzlich zur Entsorgungstechnik werden die Arbeitsplätze des Führungspersonals an Bord, der sogenannten Purser, grundlegend neu gestaltet. Die neuen Workstations verfügen über ein integriertes Kontrollzentrum für das Bordunterhaltungssystem. Von dieser zentralen Stelle aus lässt sich die Videoübertragung in der gesamten Kabine überwachen und steuern. Diese Bündelung technologischer Kontrollfunktionen an einem ergonomisch optimierten Arbeitsplatz soll die Abläufe für die Besatzung effizienter gestalten und den reibungslosen Betrieb der komplexen Kabinentechnik sicherstellen.

Strategische Umsetzung des Swiss Senses Konzepts

Das Projekt ist eingebettet in die groß angelegte Kabinenerneuerung Swiss Senses, die darauf abzielt, das Erscheinungsbild und die Funktionalität über die gesamte Langstreckenflotte hinweg zu vereinheitlichen. Während die Flugzeuge ursprünglich in einer sogenannten Line-Fit-Konfiguration ausgeliefert wurden, bei der die Innenausstattung direkt ab Werk eingebaut wurde, erlaubt das nun gewählte Retrofit-Verfahren eine passgenaue Anpassung an die aktuellen operativen Erfordernisse. Da Swiss in allen Beförderungsklassen neue Sitzmodelle einführt, müssen die starren Kabinenelemente, wie Trennwände und Stauräume, statisch und logistisch neu geplant werden.

Bei der Airbus A330-Flotte, die insgesamt 14 Maschinen umfasst, liegt das Augenmerk neben den Bordküchen insbesondere auf neu konzipierten Staueinheiten. Ein besonderes Merkmal sind hierbei integrierte Selbstbedienungsbereiche, die sowohl in der Business Class als auch in der Economy Class zur Verfügung stehen werden. Diese Zonen sind darauf ausgelegt, den Servicefluss zu entzerren und den Passagieren einen autonomen Zugang zu Erfrischungen zu ermöglichen, ohne den regulären Trolley-Service in den Gängen zu behindern. Bucher nutzt hierbei seine Expertise im Leichtbau, um trotz zusätzlicher Funktionen das Gesamtgewicht der Einheiten zu kontrollieren.

Logistik und Partnerschaft im Schweizer Luftfahrtsektor

Die Entscheidung für Bucher als Lieferanten unterstreicht die Bedeutung lokaler Wertschöpfungsketten für die Schweizer Luftfahrt. Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen hat eine jahrzehntelange Tradition, die bereits bei der Erstausstattung zahlreicher Flugzeugtypen begann. Für den Kabinenspezialisten stellt der Auftrag für die Boeing-777-Flotte eine Bestätigung seiner Innovationskraft im Bereich der Innenausstattung dar. Die Herausforderung bei einem Retrofit-Programm dieser Größenordnung liegt in der präzisen Taktung der Umrüstzeiten. Jedes Flugzeug, das sich für den Kabinenumbau am Boden befindet, verursacht Opportunitätskosten, weshalb die Montagefreundlichkeit und Passgenauigkeit der vorgefertigten Monumente von entscheidender Bedeutung sind.

Die Umrüstung der 12 Boeing 777-300ER und der 14 Airbus A330-300 wird schrittweise durchgeführt, um die Verfügbarkeit der Flotte im laufenden Flugbetrieb nicht übermäßig einzuschränken. Die neuen Galley-Strukturen sind dabei so konzipiert, dass sie mit den standardisierten Catering-Containern und Trolleys kompatibel bleiben, jedoch durch eine optimierte Raumausnutzung mehr Platz für Vorräte oder technische Zusatzsysteme bieten.

Effizienzsteigerung im Catering-Betrieb

Ein wesentliches Ziel der Neugestaltung ist die Verbesserung der Catering-Effizienz. Durch die veränderten Monument-Positionen können Arbeitswege innerhalb der Galley verkürzt werden. Dies ist besonders auf Langstreckenflügen mit hoher Passagierkapazität ein kritischer Faktor. Die Anordnung der Öfen, Kaffeemaschinen und Kühlfächer wurde in enger Abstimmung mit den operativen Anforderungen der Besatzungen optimiert. Die neuen Layouts ermöglichen eine schnellere Vorbereitung der Mahlzeiten, was insbesondere bei der Bedienung großer Kabinenabschnitte zu einer Zeitersparnis führt.

Zudem wurde bei der Konstruktion der Einheiten darauf geachtet, dass die Oberflächen strapazierfähig und leicht zu reinigen sind, was die Standzeiten zwischen den Flügen verkürzt. Die Integration der Staueinheiten in das Gesamtdesign der Kabine sorgt zudem für ein ruhiges und aufgeräumtes Erscheinungsbild, was die funktionale Ästhetik des Swiss Senses Konzepts unterstützt. Mit diesem Modernisierungsschritt rüstet sich Swiss für den Wettbewerb auf den lukrativen Langstreckenrouten, indem sie in die Zuverlässigkeit und Funktionalität ihrer fliegenden Infrastruktur investiert.

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