Im Rahmen eines umfassenden Maßnahmenpakets zur Bekämpfung der negativen Auswirkungen des Massentourismus hat die balearische Regierung eine Reform der Touristensteuer vorgestellt. Die neue Regelung, die sowohl eine Erhöhung der Steuer in der Hochsaison als auch eine Anpassung der Gebühr in der Nebensaison vorsieht, soll den Tourismus in den weniger frequentierten Monaten fördern. Die balearische Regierung unter Minister Jaume Bauzà und Regierungssprecher Antoni Costa strebt an, die Änderungen so schnell wie möglich umzusetzen, wobei es noch Unsicherheiten bezüglich der Zustimmung der Rechtspartei Vox gibt.
Ab dem kommenden Jahr wird das Steuermodell von der bisherigen zweistufigen auf ein vierstufiges System ausgeweitet. In den Monaten Juni, Juli und August, der Hauptreisezeit, wird die Steuer je nach Unterkunft von 1 bis 4 Euro auf 2,50 bis 6 Euro pro Nacht steigen. Kreuzfahrtpassagiere müssen künftig 6 Euro pro Nacht zahlen, anstatt wie bisher 2 Euro. In den Wintermonaten, von November bis Februar, entfällt die Gebühr ganz, um die touristische Nachfrage während der Nebensaison zu steigern. Für den Rest des Jahres bleibt die Steuer unverändert, sie variiert je nach Unterkunft und Zeitraum zwischen 25 Cent und 4 Euro pro Nacht. Ein weiterer Aspekt der Reform betrifft Mallorca-Residenten. Diese müssen zwar weiterhin die Touristensteuer zahlen, können jedoch eine Rückerstattung bis zu 250 Euro im Rahmen ihrer Einkommenssteuererklärung beantragen. Zusätzlich wird eine neue Steuer auf im Ausland oder auf dem Festland zugelassene Fahrzeuge eingeführt. Diese Steuer richtet sich an Urlauber und Mietwagenanbieter und variiert je nach Dauer des Aufenthalts und dem Schadstoffausstoß des Fahrzeugs.
Mit diesen Maßnahmen hofft die balearische Regierung, die negativen Auswirkungen des Massentourismus auf Mallorca zu mildern und gleichzeitig den Tourismussektor nachhaltig zu stärken.