Flughafen Brüssel (Foto: Brussels Airport / Tom Dhaenens).
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Neuer Scanner für die Bekämpfung des Drogenschmuggels: Belgien setzt auf innovative Technologie

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Der Kampf gegen den Drogenschmuggel geht in eine neue Runde: Ab heute steht den belgischen Zollbehörden ein hochmoderner Körperscanner zur Verfügung, der eine revolutionäre Methode zur Aufdeckung von Drogenschmugglern am Flughafen Brüssel ermöglicht. Der neue Scanner, der auf die schnelle Entdeckung von Drogen hinweist, die von sogenannten „Schluckern“ oder „Pushers“ intern transportiert werden, wurde am Vormittag von Finanzminister Jan Jambon feierlich vorgestellt. Der Schritt stellt eine Weiterentwicklung der bisherigen Verfahren dar und zeigt die Bemühungen des Landes, den internationalen Drogenhandel gezielt und effizient zu bekämpfen.

Im Jahr 2024 wurden am Brüsseler Flughafen insgesamt 21 Drogenschmuggler aufgespürt, die Drogen in Form von Kapseln oder anderen Verpackungen in ihren Körpern transportierten. Diese „Schweller“ oder „Pusher“ sind eine häufige Erscheinung im internationalen Drogenhandel, da sie versuchen, Drogen wie Kokain, Heroin oder andere Substanzen, oft in reiner Form, durch internationale Grenzen zu schleusen, ohne dass Zollbeamte es bemerken. Doch mit der Einführung des Körperscanners könnte sich dies ändern – der Scanner ermöglicht es den Behörden, schneller und präziser zu prüfen, ob eine Person Drogen im Körper trägt.

Der neue Scanner: Schnelligkeit und Sicherheit im Fokus

Bisher mussten verdächtige Reisende, die möglicherweise Drogen geschluckt oder in ihren Körper eingeführt hatten, zunächst einen Urintest ablegen. War dieser Test positiv, folgte der Transport der Person in ein Krankenhaus, wo eine körperliche Untersuchung und ein Röntgenbild durchgeführt wurden. Der gesamte Prozess konnte mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Mit der neuen Technologie wird dieser Ablauf deutlich verkürzt. „Dank des Körperscanners können wir nun direkt am Flughafen nach einem positiven Urintest eine Untersuchung durchführen. Der gesamte Prozess wird in weniger als einer Stunde abgeschlossen sein“, erklärt Kristian Vanderwaeren, Generaldirektor des belgischen Zolls.

Die Vorteile des neuen Scanners liegen auf der Hand: Die Reisenden, die keine Drogen geschluckt haben, können rasch weiterreisen, während diejenigen, die tatsächlich als Drogenschmuggler entlarvt werden, schneller festgenommen werden können. Doch auch für die Schmuggler bringt die Technologie Vorteile mit sich – zumindest in Bezug auf ihre Sicherheit. Die Kokainmengen, die sie im Körper transportieren, sind häufig hochkonzentriert und können im Falle eines Lecks innerhalb des Körpers zu tödlichen Vergiftungen führen. Laut Vanderwaeren ist die Strahlenbelastung des neuen Körperscanners hundertmal geringer als die eines Krankenhaus-Röntgens, was den Schutz der Betroffenen weiter erhöht.

Ein neues Werkzeug im Kampf gegen den Drogenhandel

Minister Jan Jambon betonte bei der Vorstellung des Scanners die Wichtigkeit der neuen Technologie für die belgischen Behörden im Kampf gegen den Drogenschmuggel und die damit verbundene Kriminalität. „Der Drogenhandel und die mit ihm verbundene Gewalt sind in unserer Gesellschaft tief verwurzelt. Nur ein umfassender Ansatz kann hier einen echten Unterschied machen. Drogen gelangen über verschiedene Kanäle in unser Land, und der Zoll spielt eine Schlüsselrolle dabei, die Lieferketten an unseren Grenzen zu unterbrechen“, so Jambon. Der Minister fügte hinzu, dass der neue Scanner einen weiteren wichtigen Bestandteil dieses Vorgehens darstelle. Der Zoll könne nun nicht nur Fahrzeuge, Gepäck und Container scannen, sondern auch Personen gezielt auf Drogenschmuggel untersuchen.

Die Einführung des Körperscanners am Flughafen Brüssel ist ein weiterer Schritt in einer Reihe von Maßnahmen, die Belgien zur Bekämpfung des Drogenschmuggels ergriffen hat. Der Flughafen Brüssel, als einer der größten internationalen Luftverkehrsknotenpunkte Europas, spielt dabei eine zentrale Rolle. Es ist davon auszugehen, dass andere Flughäfen in Europa diesem Beispiel folgen könnten, wenn sich die Technologie als effektiv und sicher erwiesen hat.

Rechtliche und ethische Herausforderungen

Trotz der offensichtlichen Vorteile des neuen Scanners gibt es auch rechtliche und ethische Bedenken, die mit der Einführung solcher Technologien einhergehen. Kritiker weisen darauf hin, dass der Einsatz von Körperscannern potenziell in die Privatsphäre der Passagiere eingreift und zu Missbrauch führen könnte. In Belgien sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung solcher Geräte streng geregelt, doch die Frage bleibt, wie diese Technologie auf lange Sicht die Rechte der Reisenden beeinflussen könnte.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Frage, ob diese Scanner möglicherweise dazu führen könnten, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen überproportional häufig überprüft werden. Obwohl Minister Jambon und die Zollbehörden betonen, dass der Scanner nur dann zum Einsatz kommt, wenn ein Verdacht auf Drogenschmuggel besteht, bleibt abzuwarten, wie sich der Einsatz dieser Technologie in der Praxis entwickeln wird.

Die Einführung des Körperscanners am Flughafen Brüssel stellt zweifellos einen bedeutenden Fortschritt im Kampf gegen den Drogenschmuggel dar. Die Technologie ermöglicht eine schnellere, effizientere und sicherere Überprüfung von verdächtigen Reisenden, wodurch die Zollbehörden in der Lage sind, Drogen schneller zu entdecken und die Sicherheit für die Reisenden zu erhöhen.

Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Technologie auf lange Sicht entwickeln wird und welche Auswirkungen sie auf die Rechte und die Privatsphäre der Reisenden haben könnte. Sicher ist jedoch, dass der neue Scanner ein weiteres wichtiges Werkzeug im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel darstellt und eine entscheidende Rolle bei der Aufdeckung von Drogenschmugglern spielen könnte.

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