Die Schweizer Peak Plus AG mit Sitz in Rotkreuz hat am 1. August 2026 den ersten kommerziellen Flug ihres Buchungsdienstes PeakJet durchgeführt. Die Erstverbindung führte vom General Aviation Center des Flughafens Zürich nach Palma de Mallorca.
Über die digitale Plattform des Anbieters wird ein Modell erprobt, bei dem Kunden einzelne Sitzplätze in Geschäftsreiseflugzeugen buchen können, anstatt den gesamten Jet zu chartern. Die flugbetriebliche Durchführung erfolgt durch die VistaJet GmbH auf Maschinen des Typs Embraer Legacy 650 mit einer Kapazität von bis zu zwölf Passagieren.
Das Marktsegment des sogenannten Semi-Private-Flyings versucht, die Abwicklungsprozesse von Privatflügen mit den Vertriebsstrukturen von Linienflügen zu kombinieren. Passagiere nutzen dabei die separaten Terminals der allgemeinen Luftfahrt mit verkürzten Check-in-Zeiten von etwa 45 Minuten vor dem Abflug, zahlen jedoch nur für den gebuchten Einzelplatz. PeakJet tritt hierbei ausschließlich als Vermittler auf einer Mobility-as-a-Service-Plattform auf, während das eigentliche operative Risiko und die Durchführung bei lizenzierten Luftfahrtbetreibern mit eigenem Air Operator Certificate (AOC) liegen. Zum Führungsteam der Muttergesellschaft Peak Plus AG gehören der ehemalige Etihad-Chef Peter Baumgartner als Verwaltungsratspräsident sowie CEO Gianni Tronza.
Das Vertriebskonzept von Einzelplatzbuchungen in Business-Jets ist in der Luftfahrtbranche nicht neu, erwies sich in der Vergangenheit jedoch häufig als wirtschaftlich komplex. Mehrere Anbieter in Europa und Nordamerika versuchten in den letzten Jahren, ähnliche Shuttle-Dienste zu etablieren, scheiterten jedoch oft an der schwankenden Nachfrage und den hohen operativen Fixkosten. Der wirtschaftliche Erfolg hängt maßgeblich von einer dauerhaft hohen Sitzplatzauslastung ab, da leere Plätze bei vergleicherweisen hohen Flugstundenkosten die Marge des Vermittlers rasch aufzehren.
Branchenanalysten sehen in dem Angebot von PeakJet eine Nische für Geschäftsreisende und zahlungskräftige Privatkunden, die Verkehrsflughäfen in Stoßzeiten meiden möchten. Kritiker verweisen allerdings auf die Preisgestaltung, die weiterhin deutlich über den Tarifen klassischer Linien- und Business-Class-Tickets liegt. Ob sich das Konzept von Zürich aus dauerhaft auf weiteren europäischen Routen durchsetzen kann, wird vom Buchungsverhalten der Zielgruppe außerhalb der Sommersaison abhängen.