Die anhaltend niedrigen Wasserstände auf dem Rhein und der Donau stellen die Anbieter von Flusskreuzfahrten im Sommer 2026 weiterhin vor operative Herausforderungen.
Obwohl leichte Niederschläge in einigen Streckenabschnitten zu einer vorübergehenden Pegelstabilisierung führten, zwingt die nautische Lage die Unternehmen zu flexiblen Anpassungen. Zahlreiche Reedereien müssen Routenverläufe verlegen, Ausflugsprogramme abändern oder alternative Einschiffungshäfen nutzen.
Um den Buchungskunden entgegenzukommen, hat der Reiseveranstalter Phoenix Reisen die Option zur kostenfreien Umbuchung für von Passagen auf Rhein und Donau bis zum 6. September verlängert. Ausgenommen von dieser Sonderregelung bleiben Kurzreisen sowie Fahrten in Holland, Belgien und auf der Mosel. Während Nicko Cruises seit Mitte Juli verkehrsbedingt etwas mehr als 30 Reisen absagen musste, sieht der Anbieter durch die jüngsten Regenfälle erste Anzeichen für eine schrittweise Normalisierung. Auch Thurgau Travel vermeldete Anpassungen bei 16 Reiserouten sowie die Streichung von zwei Kurzreisen ab Basel, bietet jedoch individuelle Ausgleichsleistungen wie Bordgutscheine an.
Die Auswirkung der Flusspegel unterscheidet sich stark nach der Bauweise der eingesetzten Passagierschiffe. Der Anbieter Croisi Europe profitierte nach eigenen Angaben von Einheiten mit geringem Tiefgang von etwa 0,90 bis 1,30 Metern, wodurch Absagen auf den deutschsprachigen Routen vermieden werden konnten. Bei der Rostocker Reederei A-Rosa entspannt sich die Lage an der Donau ebenfalls schrittweise: Nachdem mehrere Schiffe zeitweise in Linz verblieben waren, nehmen die Einheiten den regulären Fahrbetrieb ab Passau wieder auf.
Schifffahrtsexperten weisen darauf hin, dass Phasen extremer Niedrigwasserstände für die Binnenschifffahrt und den Wassertourismus ein wiederkehrendes betriebswirtschaftliches Risiko darstellen. Die notwendigen Verlegungen von Start- und Zielhäfen per Bus sowie die kurzfristige Anpassung von Fahrplänen verursachen den Veranstaltern beträchtliche Zusatzkosten für Logistik und Kundenentschädigungen. Für die Fahrgäste bedeutet dies weiterhin eine verringerte Planungssicherheit bei Flusskreuzfahrten in den verkehrsintensiven Sommermonaten.