Die nigerianische Regierung erwägt laut der Zeitung „Punch“ eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Ethiopian Airlines zur Gründung einer nationalen Fluggesellschaft. Das gescheiterte „Nigeria Air“-Projekt soll dabei unter neuem Namen neu aufgelegt werden. Dies folgt auf Spannungen zwischen den beiden Ländern über das im Jahr 2024 gescheiterte Projekt, bei dem ein von Ethiopian Airlines geführtes Konsortium 49 Prozent an einem Joint Venture mit der nigerianischen Regierung übernehmen sollte.
Das „Nigeria Air“-Projekt, initiiert vom ehemaligen Präsidenten Muhammadu Buhari und dem ehemaligen Luftfahrtminister Hadi Sirika, scheiterte nach einem Regierungswechsel. Unter dem aktuellen Präsidenten Bola Ahmed Tinubu und Luftfahrtminister Festus Keyamo wurde es als Ausverkauf an äthiopische Interessen abgetan. Keyamo bezeichnete es als nicht genuin nigerianische Initiative. Das Projekt wurde am 5. August 2024 vom High Court in Lagos für ungültig erklärt, nachdem die Airline Operators of Nigeria (AON) geklagt hatten, dass es lokale Fluggesellschaften schädigen würde. Ermittlungen wegen angeblicher Korruption ehemaliger Beamter sind noch im Gange.
Laut „Punch“ eskalierte Keyamos Opposition die Spannungen und führte zu diplomatischen Interventionen zwischen Nigeria und Äthiopien. Ethiopian Airlines soll sich über Keyamos Haltung unzufrieden gezeigt haben. Beide Länder führten Gespräche. Keyamo besuchte kürzlich Ethiopian Airlines, bestritt jedoch neue Gespräche über die Wiederbelebung des Projekts. Ibrahim Abubakar Kana, Staatssekretär im nigerianischen Luftfahrtministerium, stellte klar, dass er bei der Erwähnung der Vision der Regierung zur Überdenken einer nationalen Fluggesellschaft keine Wiederbelebung des „Nigeria Air“-Deals mit Ethiopian Airlines vorgeschlagen habe.