Airbus A320 (Foto: Nordica).
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Nordica und Xfly sind pleite

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Am 18. November 2024 erreichte die estnische Luftfahrtbranche eine einschneidende Wende: Der Investor Lars Thuesen gab seine Absicht auf, die Nordic Aviation Group, Betreiberin der Marken Nordica und Xfly, zu übernehmen.

Dies führte zur Entscheidung des Verwaltungsrats, die Liquidation der Gruppe einzuleiten und Konkursanträge für die Nordic Aviation Group AS und die Tochtergesellschaft Regional Jet OÜ zu stellen. Die Entwicklungen markieren nicht nur das Ende eines ambitionierten staatlichen Luftfahrtprojekts, sondern werfen auch ein Schlaglicht auf die Herausforderungen kleiner nationaler Fluggesellschaften im globalen Markt.

Von staatlichem Stolz zu wirtschaftlicher Belastung

Die Nordic Aviation Group, gegründet nach dem Zusammenbruch von Estonian Air im Jahr 2015, war zunächst als Symbol estnischer Unabhängigkeit und Innovationskraft gedacht. Sie baute ihre Flotte mit Hilfe von ACMI-Verträgen (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance) auf und arbeitete eng mit Partnern wie SAS Scandinavian Airlines zusammen. Doch gerade diese Abhängigkeit erwies sich als fatal: Der Verlust eines Hauptvertrags mit SAS im November 2023 schwächte die finanzielle Basis der Airline erheblich und erschwerte die Suche nach neuen Einnahmequellen.

Die Rolle des Investors Lars Thuesen

Lars Thuesen, ein erfahrener Investor und Eigentümer der dänischen Airline Jettime, zeigte zunächst Interesse an einer Übernahme von Nordica. Seine Beteiligung schien ein Hoffnungsschimmer, zumal er umfangreiche Erfahrung im Bereich von ACMI-Dienstleistungen mitbrachte. Doch die Verhandlungen blieben ohne Ergebnis. Laut Thuesen war der Zustand der Airline trotz einiger vielversprechender Entwicklungen – wie der Befreiung von langfristig belastenden Verträgen – zu unsicher, um eine nachhaltige Investition zu rechtfertigen. Diese Unsicherheit spiegelt sich auch in der Unfähigkeit der Airline wider, den Jahresabschluss 2023 fristgerecht vorzulegen.

Die Entscheidung zur Liquidation bringt nicht nur das Aus für rund 200 Arbeitsplätze mit sich, sondern könnte auch die gesamte estnische Luftfahrtlandschaft verändern. Während Tallinn Lennart Meri Airport eine zentrale Drehscheibe in der Region bleibt, ist unklar, ob andere Anbieter die Lücke füllen können, die Nordica hinterlässt. Branchenexperten spekulieren, dass Marktteilnehmer wie airBaltic oder Wizz Air stärker von der Situation profitieren könnten.

Was bleibt von Nordica?

Trotz ihres Scheiterns hat die Nordic Aviation Group einige wichtige Akzente gesetzt. Sie bewies, dass kleine Airlines durch spezialisierte Geschäftsmodelle wie ACMI in einem wettbewerbsintensiven Markt bestehen können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Die Insolvenz zeigt jedoch auch, wie riskant ein hohes Maß an Abhängigkeit von einzelnen Großkunden sein kann.

Die Schließung von Nordica und Xfly ist ein ernüchterndes Beispiel für die Herausforderungen, vor denen staatliche Airlines in einer liberalisierten, globalisierten Luftfahrtbranche stehen. Es bleibt zu hoffen, dass die estnische Regierung und die Industrie aus diesen Erfahrungen lernen und neue, tragfähige Modelle für die Zukunft entwickeln.

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