Der Betrieb an den Sicherheitskontrollen des Flughafens Köln/Bonn hat sich am Samstagmorgen nach massiven Störungen am Vortag weitgehend stabilisiert. Laut Angaben eines Flughafensprechers sind mittlerweile wieder bis zu acht Kontrollspuren für die Passagiere geöffnet. Die Wartezeiten haben sich auf ein für den Standort übliches Maß von zehn bis fünfzehn Minuten eingependelt. Dennoch bleibt die Kapazität leicht eingeschränkt, da drei Kontrollspuren, die mit einer erst kürzlich installierten Scantechnik ausgestattet sind, vorerst außer Betrieb bleiben. An diesen Spuren finden derzeit umfassende technische Überprüfungen statt, um eine Wiederholung der Fehlerquelle auszuschließen.
Hintergrund der Beeinträchtigungen war ein sicherheitsrelevanter Zwischenfall am Freitag, der durch eine Fehlfunktion der neuen Kontrollsysteme ausgelöst wurde. Dabei war einem Passagier eine Tasche ausgehändigt worden, obwohl das System das Gepäckstück zuvor als verdächtig markiert hatte. Um jedes Risiko auszuschließen, ordnete die Bundespolizei in Absprache mit der Flughafensicherheit eine Nachkontrolle für rund 800 Fluggäste an, die sich bereits im gesicherten Bereich befanden. Dies führte zu einer zeitweisen Sperrung von Abflugbereichen, erheblichen Verzögerungen im Flugplan und langen Warteschlangen in den Terminals.
Zusätzliche Berichte weisen darauf hin, dass die betroffene Technik Teil eines Modernisierungsprogramms ist, das die Abfertigungsprozesse durch computergestützte Bildauswertung eigentlich beschleunigen soll. Experten der Luftsicherheit und Vertreter des Herstellers der Scananlagen sind seit dem Vorfall vor Ort, um die Software-Schnittstellen zu analysieren. Solche technischen Pannen bei der Einführung neuer Kontrollgeräte sind in der Branche nicht unbekannt, führen jedoch aufgrund der strengen Sicherheitsauflagen im Luftverkehr regelmäßig zu weitreichenden operativen Konsequenzen für Fluggesellschaften und Passagiere.
Trotz der noch gesperrten Spuren läuft der Check-in-Prozess für die aktuellen Abflüge nach Plan. Der Flughafen empfiehlt Reisenden dennoch, sich vorab über den aktuellen Status ihres Fluges zu informieren und ausreichend Zeit für die Sicherheitschecks einzuplanen. Die Bundespolizei überwacht die manuellen Prozesse an den herkömmlichen Kontrollstellen verstärkt, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, während die Fehlersuche an den neuen Anlagen fortgesetzt wird. Die betroffene Technik wird erst nach einer vollständigen Freigabe durch die zuständigen Behörden wieder in den regulären Betrieb integriert.