Die indische Nationalfluggesellschaft Air India plant ab dem 1. September 2026 die schrittweise Wiederaufnahme zahlreicher internationaler Flugverbindungen, die in den Sommermonaten Juli und August vorübergehend reduziert worden waren.
Als Hauptgrund für die vorübergehende Ausdünnung des Flugplans um rund 145 wöchentliche Verbindungen nannte das Management die stark gestiegenen Kerosinpreise und damit verbundene betriebliche Rentabilitätsprobleme. Das Streichungsprogramm betraf ein breites Netz an Strecken nach Nordamerika, Europa sowie Süd-, Südost- und Ostasien.
Für die anstehende Winterflugplanperiode der IATA sieht die Fluggesellschaft vor, die Frequenzen auf zentralen Langstreckenverbindungen wieder anzuheben und teils über das ursprüngliche Niveau hinaus aufzustocken. Zu den europäischen Zielen mit erhöhter Flugdichte gehören Frankfurt, Zürich, Wien und Mailand-Malpensa. Zudem sollen Strecken nach New York, Tokio und Melbourne mit zusätzlichen wöchentlichen Frequenzen bedient werden. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Flotten- und Netzrestrukturierung, die seit der Übernahme der vormals staatlichen Airline durch die Tata-Gruppe im Gange ist.
Luftfahrtexperten und Marktbeobachter verweisen jedoch darauf, dass die sprunghaften Flugplananpassungen die Verlässlichkeit der Fluggesellschaft im internationalen Passagierverkehr belasten. Die kurzfristigen Streichungen im Sommer führten bei vielen Umsteigepassagieren zu Umbuchungen und Ausfällen, was vor allem auf dem hart umkämpften Markt für Verbindungen zwischen Europa, Nordamerika und Indien zu Vertrauensverlusten führte. Die Konkurrenz durch etablierte Golf-Airlines und europäische Mitbewerber setzt Air India auf diesen Strecken unter anhaltenden Wettbewerbsdruck.
Darüber hinaus steht die Fluggesellschaft vor der Herausforderung, die geplante Aufstockung der Frequenzen operational abzusichern. Verzögerungen bei der Auslieferung bestellter Langstreckenflugzeuge sowie engpässe bei der Wartung bestehender Maschinen beschränken die tatsächliche Flottenverfügbarkeit. Ob die angekündigten Frequenzerhöhungen im Winterflugplan stabil und pünktlich umgesetzt werden können, bleibt somit von der operationalen Stabilität und der weiteren Entwicklung der Treibstoffkosten abhängig.