Die norwegische Low-Cost-Fluggesellschaft Norse Atlantic Airways reduziert ihr Streckennetz für den kommenden Winterflugplan deutlich.
Wie aus aktuellen Branchendaten des Analyseunternehmens OAG hervorgeht, stellt die Airline ihre Verbindungen von London-Gatwick sowie von Rom-Fiumicino nach New York (JFK) mit Ablauf des Sommerflugplans Ende Oktober vorübergehend ein. Ursprünglich hatte die Fluggesellschaft geplant, beide Strecken in den Sommermonaten auch über die verkehrsschwächeren Wintermonate hinweg mit bis zu drei wöchentlichen Frequenzen fortzuführen.
Durch die vorübergehende Aussetzung schrumpft das von Norse Atlantic eigenständig betriebene Linienflugangebot in die USA während der Wintersaison auf eine einzige Verbindung zusammen: die Strecke zwischen London-Gatwick und Orlando in Florida. Zum Einsatz kommen auf den Langstrecken weiterhin Großraumflugzeuge vom Typ Boeing 787-9 Dreamliner. Das Unternehmen begründet die Anpassungen mit der saisonal stark schwankenden Nachfrage auf den Transatlantikrouten und den im Winter traditionell niedrigeren Erträgen im Punkt-zu-Punkt-Segment.
Um die Auslastung der Flotte während der betriebsarmen Monate zu sichern, weitet die Fluggesellschaft ihr Geschäft mit Vollcharter-Flügen und Wet-Lease-Abonnements aus. Dabei werden Flugzeuge inklusive Besatzung an andere Fluggesellschaften oder Reiseveranstalter vermietet. Dieses Vorgehen soll die fixen Betriebskosten der Langstreckenflotte abfedern, da reine Billigflugmodelle auf der Nordatlantikroute im Winter ohne Zubringernetzwerke großer Allianzpartner regelmäßig unter Rentabilitätsdruck geraten.
Branchenbeobachter werten die Maßnahme als Beleg für die anhaltenden strukturellen Herausforderungen von Niedrigpreis-Anbietern auf der Langstrecke. Während das Sommergeschäft durch eine hohe Privatreisenachfrage geprägt ist, bricht das Passagieraufkommen ab November spürbar ein. Für Norse Atlantic bleibt die flexible Umverteilung der Kapazitäten zwischen dem eigenen Liniennetz und dem Chartermarkt eine Notwendigkeit, um die finanzielle Stabilität des Gesamtbetriebs zu sichern.