Die norwegische Fluggesellschaft Norwegian Group wurde in einem Schiedsverfahren zu einer Strafzahlung von 3,3 Millionen DKK (etwa 456.000 USD) verurteilt, nachdem sie eine Tarifvereinbarung verletzt hatte. Es ging um die Wiedereinstellung von Piloten an ihrem dänischen Standort in Kastrup, wobei die Rehabilitierung nach Seniorität erfolgen sollte. Dies war Teil einer Vereinbarung mit der norwegischen Parat-Gewerkschaft, die die Interessen von 58 Piloten vertritt, die während der COVID-19-Pandemie und der Insolvenz der dänischen und schwedischen Tochtergesellschaften von Norwegian ihren Job verloren hatten.
Fast alle der betroffenen Piloten haben mittlerweile ihre Arbeitsplätze zurückerhalten. Die Parat-Gewerkschaft kritisierte jedoch, dass Norwegian bei der Wiederanstellung in Kopenhagen nicht die festgelegte Senioritätsregelung beachtet habe. Diese besagt, dass Piloten nach ihrer Gruppen-Seniorität und nicht nach dem Standort, an dem sie zuvor tätig waren, wieder eingestellt werden müssen. Das Schiedsgericht entschied, dass Norwegian gegen diese Regelung verstoßen habe, wobei dänisches Recht zur Anwendung kam. Hätte das Gericht norwegisches Recht angewandt, wäre die Entschädigung deutlich höher ausgefallen.
Die norwegische Fluggesellschaft zeigte sich in einer Stellungnahme erfreut darüber, dass der ursprüngliche Entschädigungsanspruch deutlich reduziert wurde. Norwegian betonte, dass die Entscheidung des Schiedsgerichts nicht anfechtbar sei.