Die Polizei des Landes Brandenburg und die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH haben am 14. Oktober 2026 eine mehrstündige Vollübung zur Bewältigung komplexer Gefahrenlagen absolviert.
An der fünfstündigen Maßnahme auf dem Areal des Hauptstadtflughafens beteiligten sich rund 850 Personen, darunter etwa 350 Einsatzkräfte verschiedener Polizeidienststellen, Feuerwehren und Rettungsdienste sowie rund 300 Komparsen. Der reguläre Passagier- und Flugbetrieb am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) verblieb von den Übungsabläufen unbeeinträchtigt.
Dem frei erfundene Übungsszenario lag eine stufenweise Eskalation im Umfeld eines fiktiven Staatsbesuchs zugrunde. Neben Demonstrationen, Sitzblockaden und simulierten Bränden umfasste der Übungsablauf gewaltsame Auseinandersetzungen mit Verletzten sowie das gewaltsame Durchbrechen von Absperrungen zum Luftsicherheitsbereich des Flughafengeländes. Im Mittelpunkt der Großübung stand die praxisnahe Überprüfung der behördenübergreifenden Führungsprozesse, der Kommunikationsnetze und der Schutzmaßnahmen für die kritische Luftfahrtinfrastruktur bei zeitgleichen Einsatzlagen.
Die Durchführung von Notfallübungen dieser Größenordnung ist für internationale Verkehrsflughäfen nach den Richtlinien der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) sowie der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) im zweijährigen Rhythmus bindend vorgeschrieben. Neben Einheiten der Brandenburger Bereitschafts- und Kriminalpolizei waren auch Notfallseelsorgeteams sowie Beobachter zur fortlaufenden Prozessanalyse in das Szenario eingebunden.
Die Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse soll in den kommenden Wochen erfolgen, um die bestehenden Krisen- und Notfallpläne der Sicherheitsbehörden und des Betreibers anzupassen. Vollübungen dieser Art dienen dazu, potenzielle Schwachstellen in den Abstimmungsverfahren zwischen den staatlichen Vollzugskräften und der privaten Flughafenorganisation vor dem Eintritt realer Krisenfälle aufzudecken und zu beheben.