Ein Vorfall mit einer Boeing 737-900ER der US-amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines am 14. April 2025 sorgt derzeit für Aufsehen. Das Passagierflugzeug mußte kurz nach dem Start vom Tucson International Airport im Bundesstaat Arizona umkehren. Grund hierfür waren Triebwerksprobleme, die zur Auslösung eines Notfallcodes führten. Die US-Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA hat eine Untersuchung eingeleitet.
Am frühen Nachmittag des 14. April startete Delta-Flug DL937 planmäßig vom Tucson International Airport in Richtung Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport. Die Boeing 737-900ER mit dem Kennzeichen N892DN hob um 12:43 Uhr Ortszeit ab. Bereits wenige Minuten nach dem Start registrierte die Besatzung Unregelmäßigkeiten an einem der Triebwerke. Die Maschine erreichte nur eine Flughöhe von rund 17.000 Fuß, bevor der Sinkflug eingeleitet wurde.
Um 12:55 Uhr sendeten die Piloten den Notfallcode 7700, der in der Luftfahrt auf eine generelle Notlage hinweist. Dieser Code wird üblicherweise bei schweren technischen Defekten oder medizinischen Notfällen verwendet. Trotz der technischen Störung gelang es der Crew, das Flugzeug sicher nach Tucson zurückzulenken. Um 13:20 Uhr erfolgte die Landung ohne weitere Zwischenfälle.
Passagiere und Besatzung blieben unverletzt. Die Maschine konnte eigenständig zur Parkposition rollen. Die Fluggesellschaft informierte umgehend über die Maßnahme und kündigte eine technische Überprüfung der Maschine an. Die FAA gab am selben Tag bekannt, daß sie den Vorfall untersuchen werde.
Untersuchung durch die US-Luftfahrtbehörde
Die US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) erklärte, daß sie routinemäßig bei gemeldeten technischen Störungen eingreife. Im vorliegenden Fall werde geprüft, ob Wartungsfehler, Materialermüdung oder andere technische Faktoren die Ursache für den Vorfall gewesen sein könnten. Besonders relevant sei hierbei die Art des Triebwerks, welches zur CFM56-Reihe gehört – einem der weltweit meistverbreiteten Antriebe für Mittelstreckenflugzeuge.
Auch der Flugdatenschreiber sowie die technischen Wartungsprotokolle der Maschine sollen ausgewertet werden. Eine erste Sichtprüfung habe ergeben, daß das Flugzeug äußerlich keine Schäden aufweise. Weitere Tests werden im Delta-Wartungszentrum in Salt Lake City vorgenommen, wohin die Maschine überführt wurde.
Schneller Ersatzflug sichert Weiterreise der Passagiere
Die von der Umkehr betroffenen Reisenden wurden zunächst im Flughafenbereich betreut. Delta organisierte am Folgetag einen Ersatzflug mit einer anderen Boeing 737-900ER (Registrierung N862DN), welche am Abend des 14. April aus Salt Lake City eintraf. Der Ersatzflug unter der Flugnummer DL9930 startete am Morgen des 15. April in Richtung Atlanta.
Die betroffene Maschine mit dem Kennzeichen N892DN wurde mit der Flugnummer DL9964 als sogenannter Überführungsflug nach Salt Lake City eingeplant. Dort soll sie einer intensiven technischen Inspektion unterzogen werden. Die Nutzung spezieller Flugnummern weist in der Regel auf Wartungs- oder Testflüge hin, die nicht dem regulären Passagierdienst dienen.
Delta Air Lines als größter Betreiber der 737-900ER
Delta Air Lines gilt als der größte Betreiber der Boeing 737-900ER, einer gestreckten Variante der klassischen 737. Von den weltweit 505 produzierten Exemplaren betreibt Delta derzeit 163 Maschinen dieses Typs. Die betroffene Maschine wurde im März 2018 ausgeliefert und zählt zu den letzten von Boeing hergestellten Flugzeugen der Serie, bevor die Produktion 2019 eingestellt wurde.
Die 737-900ER ist mit zwei CFM56-Triebwerken ausgestattet, die als besonders effizient und langlebig gelten. Dennoch kommt es – wie bei allen technischen Geräten – gelegentlich zu Ausfällen, was eine umgehende Reaktion der Piloten erforderlich macht. Die Besatzung des Fluges DL937 handelte laut ersten Bewertungen der FAA regelkonform und professionell.
Weitere Zwischenfälle in jüngerer Zeit
Der jüngste Vorfall ist nicht der erste technische Zwischenfall bei Delta in den vergangenen Monaten. Bereits im März und Oktober 2024 kam es zu mehreren technischen Unregelmäßigkeiten an Maschinen des Unternehmens. In einem Fall mußte ein Airbus A330-900 in Salt Lake City umkehren, nachdem sich eine Triebwerksverkleidung während des Starts löste. In einem anderen Fall kam es nach einem Vogelschlag zu einem Triebwerksbrand an einer 737 in Aruba.
Auch wenn keiner dieser Vorfälle zu Verletzungen führte, rücken sie die Frage nach dem Zustand der Flotte, der Wartungsqualität und der Notfallprotokolle verstärkt in den Fokus. Delta selbst betont, daß Sicherheit stets oberste Priorität habe und technische Überprüfungen regelmäßig über den vorgeschriebenen Rahmen hinaus durchgeführt würden
Bedeutung des Vorfalls für den Flugverkehr
Das Ereignis vom 14. April zeigt einmal mehr, wie wichtig funktionierende Sicherheitsmechanismen im modernen Luftverkehr sind. Der Vorfall verlief glimpflich, auch dank der Erfahrung der Crew und der schnellen Entscheidungsfindung. Gleichzeitig erinnert er daran, daß auch moderne Technik anfällig sein kann – insbesondere in einem Umfeld, in dem hohe Belastungen und komplexe Systeme zusammenwirken.
Die FAA wird in den kommenden Wochen einen Bericht vorlegen, in dem die Ursachen des Triebwerksausfalls sowie etwaige Empfehlungen für Wartung oder Betrieb enthalten sein dürften. Die Branche wird diese Ergebnisse aufmerksam verfolgen, zumal Delta Air Lines mit über 4.500 geplanten Flügen pro Woche eine zentrale Rolle im US-amerikanischen Flugverkehr spielt.