Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair nimmt mit dem Beginn des kommenden Winterflugplans eine neue Direktverbindung vom Albrecht Dürer Airport Nürnberg in die marokkanische Küstenstadt Agadir auf.
Die Route wird zweimal wöchentlich, jeweils montags und samstags, bedient. Nach der bestehenden Verbindung in die Hauptstadt Rabat ist Agadir das zweite Ziel, das die Airline in dem nordafrikanischen Land ab Nürnberg anfliegt. Das Angebot richtet sich vornehmlich an Urlaubsreisende aus der fränkischen Metropolregion, die in den Wintermonaten Reisen nach Südmarokko oder Rundreisen in Städte wie Marrakesch planen.
Durch die neue Verbindung baut Ryanair seine Stellung als stärkste Fluggesellschaft am Flughafen Nürnberg bezüglich des angebotenen Sitzplatzvolumens weiter aus. Neben Verbindungen nach Nordafrika bedient die Airline ab Nürnberg vor allem Urlaubs- und Städteteile in Südeuropa. Die Flughafenführung um Geschäftsführer Michael Hupe bewertet den Schritt als Ergänzung des touristischen Winterangebots. Allerdings wird das Gesamtwachstum im deutschen Markt durch die Rahmenbedingungen gedämpft. Ryanair-Verantwortliche wie Country Manager Marcel Pouchain Meyer verwiesen bei der Vorstellung der Flugstrecke erneut auf die im internationalen Vergleich hohen Flughafenentgelte und staatlichen Abgaben an deutschen Standorten, welche das weitere Wachstum der Fluggesellschaft in Deutschland begrenzen.
Der Schritt fügt sich in die Kapazitätsverlagerung vieler Billigfluggesellschaften ein. Während Low-Cost-Anbieter wie Ryanair, EasyJet oder Eurowings ihr Angebot an innerdeutschen Strecken und an einigen deutschen Großflughäfen aufgrund gestiegener Kosten wie der Luftverkehrsteuer reduzieren oder stagnieren lassen, konzentriert sich der Ausbau verstärkt auf Nischenziele und dezentrale Regionalflughäfen mit günstigeren Gebührenstrukturen. Für Marokko bildet der Ausbau der Direktverbindungen nach Europa einen Kernbaustein zur Förderung des internationalen Tourismus im Rahmen staatlicher Entwicklungsprogramme.
Branchenbeobachter merken an, dass die kontinuierliche Ausweitung von Urlaubszielen ab deutschen Regionalflughäfen zwar die Auslastung der dortigen Terminals sichert, die Ertragslage der Fluggesellschaften auf solchen Strecken jedoch stark von saisonalen Nachfrageschwankungen abhängt. Das Buchen von Einzelflügen auf touristischen Routen muss zudem kontinuierlich durch eine hohe Auslastung gestützt werden, um die gestiegenen operativen Kosten pro Flugstunde abzudecken.