Auf den österreichischen Hauptverkehrsachsen hat sich das Staugeschehen während der Sommerferien 2026 leicht abgeschwächt.
Nach Erhebungen der ÖAMTC-Mobilitätsinformationen registrierten die Behörden an den Ferienwochenenden insgesamt 334 Staus mit einer Länge von mehr als 1,5 Kilometern oder einer Verzögerung von mindestens 15 Minuten. Dies entspricht einem Rückgang um knapp zehn Prozent gegenüber dem Sommer 2025. Als wesentlicher Grund für diese Entwicklung gilt ein verändertes Reiseverhalten: Immer mehr Urlauber weichen vom traditionellen Reisesamstag auf Wochentage aus, wodurch sich das Verkehrsaufkommen unter der Woche spürbar erhöht hat.
Regional blieb Tirol mit einem Anteil von 28,1 Prozent aller Vorfälle das am stärksten betroffene Bundesland, gefolgt von Kärnten, Salzburg und der Steiermark. Die Tauern Autobahn (A10) erwies sich erneut als belastete Strecke im Transitnetz, was vor allem auf Baustellen- und Nadelörbereiche zurückzuführen war. Hauptursache für die Verzögerungen war mit 43,4 Prozent schlichte Überlastung, während Unfälle für gut ein Fünftel der Unterbrechungen verantwortlich waren. Merkliche Zuwächse gab es hingegen bei Wartezeiten an den Binnengrenzen, deren Anteil an den Gesamtstaus von 7,6 Prozent im Vorjahr auf 19,5 Prozent anstieg.
Zur Vermeidung von Ausweichverkehr auf das nachgeordnete Straßennetz setzten die Bundesländer Salzburg und Tirol auch in diesem Jahr Abfahrts- und Durchfahrtsverbote durch. Auf der A10 wurden an ausgewählten Anschlussstellen physische Rampensperren eingerichtet, um das Verlassen der Autobahn in verkehrsreichen Phasen zu unterbinden. Auf den Strecken in Richtung Adria sorgte der entfallene Kontrollaufwand an den slowenisch-kroatischen Grenzübergängen im Zuge des Schengen-Beitritts Kroatiens für eine messbare Beschleunigung des Passagierverkehrs.
Verkehrsexperten blicken dennoch mit Skepsis auf die kommenden Jahre. Zwar erwarten die Fachleute für die Sommersaison 2027 eine weitgehend stabile Lage, ab Herbst 2027 stehen jedoch umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Tauern Autobahn an. Die mehrjährige Instandsetzung der Tunnelbereiche Tauern und Katschberg bis 2033 dürfte trotz zweispuriger Verkehrsführung in den Hauptferienzeiten zu erheblichen Kapazitätsengpässen führen. Eine spürbare Entlastung am Karawankentunnel wird hingegen erst nach Abschluss der zweiten Röhre ab dem Jahr 2029 erwartet.