Noch vor der offiziellen Veröffentlichung der Gesamtergebnisse des Kindersitztests im Herbst 2026 haben der ÖAMTC und seine europäischen Partnerorganisationen wie der ADAC und der TCS eine explizite Kaufwarnung für zwei Modelle herausgegeben.
Sowohl die Babyschale „Britax Römer Baby-Safe Pro + Vario Base 5Z“ als auch der Kleinkindersitz „Axkid Minikid Core“ versagten bei den simulierten Frontalaufpralltests unter hoher Belastung. Die Verbraucherschutzorganisationen stuften das von den Produkten ausgehende Verletzungsrisiko für Kinder als derart hoch ein, dass sie die Öffentlichkeit vorab über die Prüfergebnisse informierten.
Die Tests wurden auf einem Metallschlitten mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h und anschließender abrupter Verzögerung durchgeführt, was der Dynamik moderner Euro-NCAP-Crashtests entspricht und über die gesetzlichen Zulassungsanforderungen nach UN-Regelung 129 hinausgeht. Bei der Überprüfung der Babyschale von Britax Römer in der flachen Liegeposition hielt das Gurtschloss des Hosenträgergurtes den auftretenden Belastungen nicht stand. Infolge des Bruchs der Kunststoff-Rasthaken öffnete sich die Schnalle, woraufhin der elf Kilogramm schwere Testdummy aus der Schale geschleudert wurde. Beim Modell von Axkid entriegelte sich im Versuchsverlauf der Stützfuß vollständig, während zeitgleich das Gurtschloss aus der Verankerung brach.
Die betroffenen Hersteller wurden vorab über die Mängel in Kenntnis gesetzt und reagierten mit unterschiedlichen Schritten. Der schwedische Anbieter Axkid verhängte umgehend einen Verkaufsstopp für das Modell „Minikid Core“, leitete einen freiwilligen Rückruf ein und bietet Kundschaft einen kostenfreien Austausch gegen das Nachfolgemodell „Minikid 4 Pro“ an. Britax Römer prüft derzeit die technischen Ursachen für das Materialversagen. Testergebnisse zeigen jedoch, dass das System beim Einbau der Babyschale ohne Basisstation mit dem regulären Dreipunktgurt des Fahrzeugs sowie bei Nutzung auf der Basis in aufrechter Sitzposition standhielt.
Der Fall unterstreicht das Spannungsfeld zwischen den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen für die Typgenehmigung und den strengeren Vorgaben von Verbraucherschutztests. Während die gesetzliche Norm UN R129 geringere Prüfkräfte ansetzt, orientieren sich die Testreihen der Automobilclubs an realitätsnahen, schweren Unfallszenarien. Die vollständigen Untersuchungsergebnisse des konsolidierten Kindersitztests werden planmäßig am 20. Oktober 2026 veröffentlicht.