Der Vizepräsident der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) und Wiener ÖHV-Landesvorsitzende, Alexander Ipp, hat sich im Konflikt um die Erhöhung der Wiener Ortstaxe direkt an die Gewerkschaft vida gewandt.
Grund für den Vorstoß ist der Beschluss der Wiener Finanz- und Tourismusstadträtin Barbara Novak (SPÖ), die Beherbergungsabgabe schrittweise anzuheben. Nach dem Anstieg von 3,2 auf 5 Prozent im Juli 2026 ist für Juli 2027 eine weitere Steigerung auf 8 Prozent vorgesehen. Ursprünglich war seitens der Stadt Wien eine noch stärkere Anhebung auf 8,5 Prozent ab Ende 2025 geplant gewesen, die nach Kritik aus der Branche in das aktuelle Stufenmodell umgewandelt wurde.
Die ÖHV warnt vor den ökonomischen Folgen für Hotellerie und Beschäftigte. Da Beherbergungsbetriebe die Teuerung aufgrund des Wettbewerbs im Städtetourismus oft nicht vollständig an die Gäste weitergeben können, drohen den Hotels Ertragseinbußen. Dies schränke Spielräume für betriebliche Investitionen ein und gefährde langfristig Arbeitsplätze in der Branche. Zudem Belaste die Abgabe auch inländische Urlaubsgäste und Geschäftsreisende aus Österreich. Ipp fordert daher einen Schulterschluss mit der Arbeitnehmervertretung, um den geplanten zweiten Erhöhungsschritt auf 8 Prozent abzuwenden.
Die Wiener Stadtverwaltung und der Wien-Tourismus weisen die Kritik der Hotelbranche zurück. Stadträtin Novak verweist darauf, dass das zweistufige Modell einen Kompromiss darstelle, der im September 2025 unter Einbindung der Branchenvertreter ausgehandelt worden sei. Mit der Anpassung rechnet die Stadt ab 2027 mit jährlichen Einnahmen aus der Ortstaxe in Höhe von knapp 94 Millionen Euro, die in die städtische Infrastruktur, den öffentlichen Verkehr und die Lebensqualität fließen sollen. Während die Stadt auf hohe Auslastungszahlen verweist, betont die Hotelvertretung, dass steigende Betriebskosten und Abgaben den Druck auf klein- und mittelständische Betriebe weiter erhöhen.