Auf dem Forum „Mission Arbeitsmarkt“ der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) haben im Oktober 2026 rund 144 Branchenvertreter in der Wiener Imperial Riding School über Maßnahmen gegen den anhaltenden Arbeitskräftemangel diskutiert.
Alexander Ipp, Vizepräsident der ÖHV und Landesvorsitzender für Wien, appellierte an die Mitgliedsbetriebe, den Personalsorgen der Branche mit verbesserten Arbeitsbedingungen und einer moderneren Führungskultur zu begegnen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Personalknappheit im Tourismus setzt der Verband verstärkt auf strukturiertes Nachwuchs-Recruiting, messbare Mitarbeiterbindung und betriebliche Weiterbildungsmöglichkeiten.
Im Zentrum der Tagung standen die Ergebnisse der vom Beratungsinstitut EUCUSA durchgeführten ÖHV-Lehrlingsbefragung. Die Erhebung bescheinigt der Ausbildung in den Mitgliedsbetrieben eine Gesamtnote von 2,3 auf einer Sechser-Skala, womit die Zufriedenheit des Hotelnachwuchses über dem branchenübergreifenden Durchschnitt aller Beschäftigten in Österreich liegt. Während der Spaß am Beruf und der Teamzusammenhalt besonders hoch bewertet wurden, sehen Branchenbeobachter und Gewerkschaften weiterhin Handlungsbedarf bei den Dienstzeitmodellen, der Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit sowie der langfristigen Bindung ausgebildeter Fachkräfte an das Gastgewerbe.
Um die Attraktivität als Arbeitgeber transparent zu machen, unterstützt die ÖHV ihre Mitgliedsunternehmen durch Kooperationen mit Zertifizierungsanbietern wie Great Place To Work. Neben dem Personalmanagement rückt für die Beherbergungsbetriebe jedoch auch das Risiko digitaler Bedrohungen in den Vordergrund. Die Verknüpfung von Property-Management-Systemen, Buchungsplattformen, Zahlungsdienstleistern und Gästenetzen macht Beherbergungsbetriebe zu einem bevorzugten Ziel von Ransomware-Angriffen und Phishing-Versuchen. Um dieser Schwachstelle zu begegnen, veranstaltet der Verband am 14. Januar 2027 ein Folgeseminar zum Thema IT-Sicherheit in der Hotellerie.