Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) fordert die rasche Festlegung eines konkreten Zeitplans sowie des genauen Umfangs für die angekündigte Senkung der Flugabgabe. ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer verwies darauf, dass Fluggesellschaften ihre Streckennetze und Flottenkapazitäten mit langem Vorlauf planen.
Ein unklarer Zeitrahmen erschwere den Verbleib von Flugangeboten an den österreichischen Groß- und Regionalflughäfen. Im Bundesministerium für Finanzen kalkuliert Finanzminister Markus Marterbauer für das Jahr 2027 mit Einnahmen in Höhe von etwa 190 Millionen Euro aus der Abgabe, während Branchenvertreter eine vollständige Streichung der Passagiersteuer fordern.
Als direkten Grund für den Handlungsdruck nennt der Branchenverband die jüngsten Entscheidungen innerhalb des Lufthansa-Konzerns zur Flottenverteilung der Tochtergesellschaft Austrian Airlines. Fünf Flugzeuge des Typs Boeing 787-9 Dreamliner, die ab Ende 2027 für die Modernisierung der Langstreckenflotte des österreichischen Home Carriers vorgesehen waren, werden aufgrund der Standortkostenstruktur vorerst an anderen Konzernstandorten stationiert. Diese Entscheidung schränkt den Ausbau von Überseeverbindungen ab dem Drehkreuz Wien-Schwechat ein und beeinträchtigt die internationale Anbindung im Fernreiseverkehr.
Aus Sicht der Hotellerie und Gastronomie führt die verringerte Netzanbindung zu wirtschaftlichen Einbußen im Städtetourismus sowie im internationalen Kongress- und Tagungsgeschäft. Der Verband hebt hervor, dass die steuerlichen Einnahmen aus der Flugabgabe durch Verluste bei den Beherbergungsumsätzen, der lokalen Restauration und den damit verbundenen Abgaben aufgezehrt werden. Die Standortkostendebatte fügt sich in eine Reihe von Forderungen verschiedener Luftfahrt- und Wirtschaftsverbände ein, welche die Beibehaltung der Abgabe im regionalen Vergleich zu abgabenfreien Märkten kritisch bewerten.