Leuchtreklame "Hotel" (Foto: Ph B/Unsplash).
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Österreichische Hotelvereinigung veröffentlicht Ergebnisse einer Lehrlingsbefragung

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Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) hat die Resultate einer bundesweiten Befragung unter Auszubildenden in der Hotelbranche vorgelegt. Die von der Beratungsgesellschaft EUCUSA durchgeführte Erhebung bescheinigt den Hotellerie-Lehrlingen eine durchschnittliche Zufriedenheit von 2,3 auf einer sechsstufigen Skala, wobei der Wert 1 für eine hohe und der Wert 6 für eine geringe Zufriedenheit steht.

Laut den Studienautoren liegt dieser Wert über dem allgemeinen Durchschnitt der österreichischen Arbeitnehmer über alle Wirtschaftszweige hinweg, welcher mit 2,7 beziffert wird. An der Erhebung beteiligten sich knapp acht Prozent der in österreichischen Hotelbetrieben Beschäftigten im Lehrstatus. Das Branchenmanagement wertet die Daten als Beleg dafür, dass die Arbeitsbedingungen in der Qualitätshotellerie besser sind als in der öffentlichen Debatte oft dargestellt.

Die Detailergebnisse der Untersuchung zeigen differenzierte Ergebnisse je nach Betriebsstruktur und Fachbereich. Junge Arbeitskräfte in kleinen und mittleren Unternehmen äußerten sich vor allem aufgrund flacher Hierarchien und der schnellen Erreichbarkeit von Führungspersonen positiv. Aufgeschlüsselt nach den spezifischen Ausbildungsberufen schnitten die Hotelkaufleute in der Bewertung geringfügig besser ab als das Personal im Hotel- und Restaurantfach. Gelobt wurden von den Befragten vor allem das kollegiale Umfeld, die Vielseitigkeit der Aufgaben sowie die Einhaltung klarer Rahmenbedingungen im Ausbildungsalltag. Einzelne teilnehmende Betriebe, darunter größere Hotelgruppen sowie regionale Gasthöfe, erzielten Spitzenwerte von unter 2,0 im Gesamtergebnis.

Trotz der im Durchschnitt positiven Rückmeldungen legt die Erhebung auch deutliche Defizite und Verbesserungspotenziale offen. Der Generalsekretär der ÖHV, Markus Gratzer, verwies darauf, dass insbesondere die Arbeitszeitgestaltung sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit von den Jugendlichen kritisiert wurden. Auch beim allgemeinen Arbeitsklima, der innerbetrieblichen Offenheit und dem gesellschaftlichen Stellenwert der Lehrlinge sehen die Befragten Nachholbedarf. Die Branchenvertretung kündigte an, die Problemzonen analysieren und Lösungsansätze in die Betriebe tragen zu wollen, um der anhaltenden Abwanderung von Fachkräften und dem Nachwuchsmangel in der Gastronomie und Hotellerie entgegenzuwirken.

Arbeitsmarktexperten und Gewerkschaftsvertreter betrachten rein verbandseigene Studien jedoch traditionell mit einer gewissen Skepsis. Da die Teilnahme an solchen Befragungen freiwillig erfolgt, besteht das Risiko einer positiven Selektion, bei der primär gut geführte Qualitätsbetriebe Daten liefern, während Betriebe mit prekären Arbeitsbedingungen seltener erfasst werden. Die Gastgewerbebranche steht in Österreich seit Jahren wegen hoher Abbruchquoten bei den Lehrverhältnissen, Teildiensten und vergleichsweise niedriger Einstiegsgehälter in der Kritik. Der Erfolg der von der ÖHV angekündigten Optimierungsmaßnahmen wird sich daran messen lassen müssen, ob es gelingt, die Standards in der Breite des Marktes anzuheben und nicht nur bei den ohnehin gut bewerteten Leitbetrieben.

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