Das Österreichische Bundesheer führt vom 3. bis zum 13. November 2026 das zweite Routine-Überschalltraining der Luftstreitkräfte des laufenden Jahres durch.
Wie das Bundesministerium für Landesverteidigung mitteilt, sind an den Werktagen jeweils bis zu drei Trainingsflüge im Überschallbereich im Zeitfenster zwischen 8:00 und 19:00 Uhr vorgesehen. Das Manöver dient der Schulung der Eurofighter-Besatzungen sowie der Erprobung der operativen Abfangverfahren unter realistischen Belastungsbedingungen. Parallel dazu wird die zeitkritische Koordination zwischen Militärpiloten, Radarleitoffizieren der Luftraumüberwachung und der zivilen Flugsicherungsgesellschaft Austro Control überprüft.
Das Einsatzgebiet der Übung erstreckt sich über den Großteil des österreichischen Bundesgebietes mit Ausnahme der Bundesländer Tirol und Vorarlberg sowie der dicht besiedelten Ballungsräume um Wien und die Landeshauptstädte. Zur Verringerung der Lärmbelastung durch den Überschallknall am Boden erfolgen die Beschleunigungsmanöver auf Geschwindigkeiten von über 1.200 Kilometern pro Stunde ausschließlich in Flughöhen oberhalb von 12.500 Metern. Zudem ist eine Mittagsruhe zwischen 12:00 und 13:00 Uhr vorgesehen; an den Wochenenden finden keine Trainingsflüge statt.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden die Abfangjäger vom Typ Eurofighter Typhoon der Luftstreitkräfte durchschnittlich rund 50-mal pro Jahr im Rahmen von scharfen Alarmeinsätzen (Alpha Strikes) gestartet. Diese Einsätze erfolgen bei Ausfall des Funkkontakts von Zivilflugzeugen oder bei unidentifizierten Luftfahrzeugen im österreichischen Luftraum. Die Flüge zur Wahrung der Souveränität des Luftraums erfordern kontinuierliche Trainingsmaßnahmen im Überschallbereich, da die dabei auftretenden physischen Belastungen auf die Besatzungen in Flugsimulatoren nur unvollständig abgebildet werden können.
Militär- und Luftfahrtanalysten weisen darauf hin, dass die Durchführung der Überschallübungen eine wesentliche Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der aktiven Luftraumüberwachung bildet. Angesichts der laufenden Beschaffungsverfahren zur Modernisierung der militärischen Luftfahrtinfrastruktur und der geplanten Flottenergänzung des Bundesheeres unterstreichen die wiederkehrenden Trainingsmanöver den Bedarf an permanenten Schulungskapazitäten für das militärische Flugpersonal.