Die österreichische Luftfahrtbranche blickt auf ein Rekordjahr zurück. Nach aktuellen Erhebungen der Statistik Austria fertigten die sechs Verkehrsflughäfen des Landes – Wien, Salzburg, Innsbruck, Graz, Linz und Klagenfurt – im Jahr 2025 insgesamt 36,5 Millionen Fluggäste ab.
Dies entspricht einer Steigerung von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert den höchsten jemals gemessenen Wert in der Geschichte des österreichischen Flugwesens. Bemerkenswert ist dabei die vollständige Erholung von der globalen Krise der Vorjahre: Das bisherige Rekordniveau aus dem Jahr 2019 wurde um 0,8 Prozent übertroffen. Parallel dazu stieg die Anzahl der Flugbewegungen im Linien- und Gelegenheitsverkehr auf 279.677 Starts und Landungen an, was einem Zuwachs von 3 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht.
Trotz des Passagierbooms zeigt die Bilanz in anderen Sektoren rückläufige Tendenzen. Die durchschnittliche Auslastung pro Flug sank geringfügig auf 131 Personen, was einem Minus von 0,3 Prozent entspricht. Deutlichere Einbußen verzeichnete der Logistikbereich: Das Frachtaufkommen sank um 3,7 Prozent auf 248.211 Tonnen, während die Luftpost sogar einen Rückgang von 4,5 Prozent auf 5.147 Tonnen verbuchte. Diese Entwicklung steht im Kontrast zum reinen Personenverkehr und verdeutlicht eine Verschiebung der wirtschaftlichen Schwerpunkte an den Standorten. Im internationalen Vergleich hinkt der Nachbar Deutschland noch hinterher: Zwar stiegen dort die Zahlen an den 22 Hauptverkehrsflughäfen um 3,9 Prozent auf 207,2 Millionen Passagiere, das Vorkrisenniveau von 2019 bleibt in Deutschland jedoch weiterhin unerreicht.
Für den wichtigsten österreichischen Standort, den Flughafen Wien-Schwechat, trüben sich die Aussichten für das laufende Jahr 2026 hingegen ein. Nach dem Spitzenwert von 32,6 Millionen Fluggästen im Jahr 2025 rechnet der Vorstand für 2026 nur noch mit rund 30 Millionen Kunden. Dieser prognostizierte Rückgang wird maßgeblich durch Flottenverkleinerungen bei Austrian Airlines sowie Kapazitätskürzungen der Billigfluganbieter Ryanair und Wizz Air ausgelöst. Während Wizz Air den Standort Wien vollständig verlässt, zieht Ryanair signifikant Flugzeuge ab. Diese Veränderungen im Anbietergefüge könnten die Vormachtstellung Wiens als osteuropäisches Drehkreuz kurzfristig schwächen und zu einer Neuordnung der Marktanteile führen.
Die regionalen Flughäfen in den Bundesländern konnten 2025 teilweise von einem starken Wintertourismus und neuen Städteverbindungen profitieren, kämpfen jedoch weiterhin mit dem starken Zentralisierungstrend in Richtung der großen Hubs. Während Salzburg und Innsbruck von der Nachfrage aus dem Ausland stabilisiert werden, bleibt die Situation an kleineren Standorten wie Linz oder Klagenfurt aufgrund des reduzierten Angebots im innerösterreichischen Flugverkehr herausfordernd. Die Branche beobachtet nun genau, ob die Konsolidierung der Fluggesellschaften im Jahr 2026 durch neue Anbieter oder Frequenzaufstockungen anderer Partner abgefangen werden kann, um den Standort Österreich langfristig auf dem neuen Rekordniveau zu halten.