Nach den Spitzenwerten der Vorjahre verzeichnete die kommerzielle Zivilluftfahrt an den sechs österreichischen Verkehrsflughäfen in den Hauptreisemonaten Juli und August 2026 einen spürbaren Rückgang des Passagier- und Flugaufkommens.
Nach vorläufigen Erhebungen des nationalen Statistikinstituts Statistik Austria wurden im genannten Zeitraum insgesamt 7.019.113 Ankommende, Abfliegende und Transitpassagiere registriert. Dies entspricht einer Abnahme um 5,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2025. Parallel dazu verringerten sich die gewerblichen Starts und Landungen im Linien- und Gelegenheitsverkehr um 4,9 Prozent auf insgesamt 50.511 Flugbewegungen. Damit verzeichnete die Branche erstmals seit dem Sommer 2020 wieder rückläufige Zahlen in einer Hauptferienzeit. Auch die Volumina im Fracht- und Postsektor wiesen überwiegend Abwärtstrends auf.
Entwicklung des Fluggastaufkommens an den einzelnen Standorten
Die geschäftliche Entwicklung an den sechs zivilen Flughäfen Wien, Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Salzburg verlief in den beiden Sommermonaten uneinheitlich. Der Flughafen Wien als größter Drehscheibenstandort des Landes verzeichnete ein Passagiervolumen von 6.300.457 Fluggästen, was einem Rückgang von 5,8 Prozent im Vergleich zum Sommer 2025 entspricht. Die Zahl der Starts und Landungen sank am Wiener Standort um 5,0 Prozent auf 43.830 Bewegungen.
Unter den Regionalflughäfen erlitten die Standorte in Oberösterreich und Kärnten die prozentual stärksten Einbußen. Der Flughafen Linz verbuchte mit 68.699 Fluggästen ein Minus von 13,5 Prozent bei einem Rückgang der Flugbewegungen um 16,6 Prozent auf 890 Absolvierungen. Am Flughafen Klagenfurt verringerte sich die Fluggastzahl um 13,0 Prozent auf 39.835 Passagiere. Bei den kommerziellen Starts und Landungen verzeichnete der Kärntner Standort mit 368 Flugbewegungen einen Rückgang von 23,5 Prozent, was den stärksten Rückgang im österreichischen Flugnetz darstellte. Der Flughafen Graz verzeichnete 177.760 Passagiere, was einer Verringerung um 2,4 Prozent entspricht, während die Flugbewegungen dort leicht um 0,8 Prozent auf 2.043 Starts und Landungen anstiegen.
Passagierentwicklung österreichischer Flughäfen
Entgegengesetzte Tendenz in Westösterreich
Im Gegensatz zur allgemeinen Abkühlung meldeten die westösterreichischen Standorte Salzburg und Innsbruck steigende Passagierzahlen. Der Flughafen Salzburg verzeichnete einen Zuwachs von 8,9 Prozent auf 353.383 Fluggäste. Die Anzahl der Flugbewegungen blieb dort mit 2.662 Starts und Landungen nahezu unverändert bei einem Plus von 0,3 Prozent. Mit diesem Ergebnis näherte sich der Salzburger Flughafen seinem historischen Sommer-Höchststand aus dem Jahr 2006 an.
Am Flughafen Innsbruck stieg das Fluggastaufkommen um 5,6 Prozent auf 78.979 Personen. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der absolvierten Flugbewegungen in Innsbruck um 3,2 Prozent auf 718 Starts und Landungen. Das Passagieraufkommen am Tiroler Standort verblieb jedoch weiterhin deutlich unter den Werten, die vor dem Ausbruch der globalen Gesundheitskrise verzeichnet worden waren.
Veränderungen im Luftfracht- und Luftpostsektor
Das gesamte Aufkommen an beförderter Luftfracht an den sechs Verkehrsflughäfen belief sich im Juli und August 2026 auf 42.183 Tonnen, was eine Verringerung um 1,9 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode bedeutet. Der überwiegende Teil der Güterabfertigung entfiel dabei traditionell auf den Flughafen Wien, der mit 40.446,8 Tonnen Fracht einen Anteil von 95,9 Prozent am Gesamtaufkommen stellte und gegenüber dem Sommer 2025 eine leichte Zunahme um 0,4 Prozent erzielte.
An den verbleibenden Regionalflughäfen ging das geflogene Frachtaufkommen hingegen zurück oder spielte betrieblich keine Rolle. Am Flughafen Linz sank das Frachtvolumen um 35,7 Prozent auf 1.713,0 Tonnen. Der Flughafen Salzburg verzeichnete ein Frachtaufkommen von 22,9 Tonnen, was einer Minderung um 12,0 Prozent entspricht. Am Flughafen Graz ging das Cargo-Volumen um 76,8 Prozent auf 0,3 Tonnen zurück. Für die Standorte Innsbruck und Klagenfurt wurden im Berichtszeitraum keine Frachtmengen ausgewiesen.
Das beförderte Luftpostaufkommen verzeichnete im Sommer 2026 den vierten Rückgang in Folge. Österreichweit wurden 617,6 Tonnen Luftpost abgefertigt, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Minus von 19,4 Prozent entspricht. Das gesamte Postaufkommen wurde ausnahmslos über den Flughafen Wien abgewickelt.
Methodische Einordnung der Erhebungsergebnisse
Die veröffentlichten Zahlen basieren auf der Zivilluftfahrtstatistik der Statistik Austria, die unter der Leitung der fachstatistischen Generaldirektorin Manuela Lenk und des kaufmännischen Generaldirektors Franz Haslauer geführt wird. Bei den Daten für das laufende Berichtsjahr handelt es sich um vorläufige Ergebnisse, die nach Ablauf des Kalenderjahres durch endgültige Werte ersetzt werden.
Die Statistik erfasst den gewerblichen Luftverkehr in- und ausländischer Verkehrsflugzeuge im Linien- und Gelegenheitsverkehr, wozu sowohl der Passagier- als auch der Fracht- und Posttransport sowie Leerflüge zählen. Inlandsflüge werden doppelt gezählt, da sowohl der Start als auch die Landung an den jeweiligen österreichischen Standorten in die Erhebung einfließen. Bei den Passagier- und Frachtzahlen sind ankommende, abreisende und transitierende Einheiten enthalten. Reine Lkw-Ersatzverkehre der Fluggesellschaften auf der Straße werden in dieser Auswertung nicht als Luftfracht berücksichtigt.