Der internationale Luftfahrtausrüster Ontic hat die Übernahme des britischen Spezialherstellers SIRS Navigation bekannt gegeben.
Das in der englischen Grafschaft Kent ansässige Zielunternehmen entwickelt und produziert seit über 60 Jahren magnetische Standby-Kompasse für den zivilen und militärischen Flugzeugbau. Die Erzeugnisse des Anbieters finden sich auf zahlreichen Plattformen der kommerziellen Luftfahrt, der Geschäftsluftfahrt sowie in Hubschraubern. Zum Produktportfolio gehören neben der Erstausrüstung für Flugzeughersteller auch die Ersatzteilversorgung und Reparaturdienstleistungen für den weltweiten Aftermarket.
Mit dem Vollzug der Transaktion erweitert der Konzern Ontic sein Angebot an lizenzierten Eigenprodukten im Nischensegment der analogen Notfallinstrumentierung. Die von SIRS Navigation gefertigten Baugruppen basieren ursprünglich auf Konstruktionen von GE Aerospace, die im Laufe der Jahre eigenständig weiterentwickelt wurden. Ontic betreibt weltweit zehn Standorte mit mehr als 1.900 Mitarbeitern und hat sich darauf spezialisiert, etablierte Komponentenlinien sowie geistiges Eigentum von großen Erstausrüstern zu übernehmen und deren langfristige Betreuung für Betreiber und Flotten aufrechtzuerhalten.
Nach Angaben der Unternehmensführungen um Ontic-Chef JC Gallagher und Maisie Bylett, der kaufmännischen Leiterin von SIRS Navigation, soll der Standort in Kent in die globale Konzerninfrastruktur integriert werden. Die Einbindung in das Netz von Ontic ermöglicht dem bisherigen Kleinunternehmen den Zugriff auf erweiterte Kapazitäten bei der Instandhaltung und Logistik. Gleichzeitig sichert sich der Mutterkonzern stabile Einnahmen aus dem Ersatzteilgeschäft, da magnetische Notstromkompasse als sicherheitskritische Instrumente vorgeschriebene Bestandteile der Mindestausrüstung in der Verkehrsfliegerei bleiben.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Konsolidierung im Bereich spezialisierter Ausrüstungshersteller den Druck auf traditionelle Kleinbetriebe in der Luftfahrtlieferkette widerspiegelt. Die steigenden Anforderungen an weltweite Supportnetze und Zertifizierungsprozesse erschweren es unabhängigen Anbietern, rein eigenständig zu agieren. Gleichzeitig führt die Konzentration von Baugruppenrechten bei wenigen großen Zulieferkonzernen zu Abhängigkeiten für Fluggesellschaften und Wartungsbetriebe bei den Preisgestaltungen für Ersatzteile im zivilen Nachmarkt.