Airbus A330-300 (Foto: Olivier).
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Paris-Orly: Volotea, Air Caraïbes und French Bee bündeln ihre Kräfte

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Die Fluggesellschaften Volotea, Air Caraïbes und French Bee haben eine strategische Kooperation bekanntgegeben, die den Reiseverkehr zwischen regionalen Städten in Europa und Langstreckenzielen weltweit erheblich vereinfachen soll.

Mit einem am 6. August 2025 unterzeichneten Interline-Abkommen ermöglichen die drei Airlines nun ihren Passagieren, mit nur einem einzigen Ticket und durchgängigem Gepäckservice nahtlos über den Flughafen Paris-Orly zu reisen. Die Vereinbarung, die bereits in Kraft getreten ist, eröffnet Reisenden aus acht regionalen Städten in Frankreich und Italien direkte Anbindungen an attraktive Destinationen in der Karibik, in den französischen Überseegebieten sowie in Nordamerika und auf Réunion.

Einheitliches Reiseerlebnis: Die Vorteile für Passagiere

Das Interline-Abkommen zielt darauf ab, das Kundenerlebnis zu verbessern und Reisen zu Langstreckenzielen zu optimieren. Für Passagiere, die von den regionalen Flughäfen starten, bietet die neue Kooperation eine Reihe von spürbaren Vorteilen:

  • Ein einziges Ticket: Reisende können ihre gesamte Reise, von der regionalen Stadt bis zum Langstreckenziel, auf einem einzigen Ticket buchen. Dies erspart die Komplexität, separate Flüge zu koordinieren und sich mit verschiedenen Buchungsvorgängen auseinandersetzen zu müssen.
  • Direkte Gepäckbeförderung: Das Gepäck wird am Startflughafen aufgegeben und direkt zum endgültigen Ziel durchgecheckt. Dies beseitigt die Notwendigkeit, das Gepäck in Paris-Orly abzuholen und erneut einzuchecken, was den Transfer erheblich beschleunigt und bequemer gestaltet.
  • Optimierte Umstiege: Die Flugpläne der drei Fluggesellschaften wurden so aufeinander abgestimmt, daß die Umsteigezeiten am Flughafen Paris-Orly optimiert sind. Dies minimiert die Wartezeit und sorgt für einen reibungsloseren Übergang zwischen den Flügen.

Diese Verbesserungen sind nicht nur ein Komfortgewinn für die Reisenden, sondern auch eine strategische Maßnahme, um den Tourismus zu fördern und den Zugang zu den Überseeregionen sowie den transatlantischen Märkten zu erleichtern.

Erweitertes Streckennetz: Europa trifft die Welt

Die neue Partnerschaft erweitert die Anbindung von regionalen Flughäfen an ein globales Streckennetz. Reisende aus acht Städten in Frankreich und Italien – darunter Lourdes, Genua, Turin und Verona – profitieren nun von den erweiterten Reisemöglichkeiten.

  • Die Air Caraïbes und French Bee, die beide ihren Langstreckenbetrieb von Paris-Orly aus steuern, bieten eine breite Palette an Destinationen in der Karibik (z. B. Guadeloupe und Martinique), Französisch-Polynesien, den USA und Kanada sowie auf der Insel Réunion an.
  • Die spanische Fluggesellschaft Volotea bedient von ihrer Basis in Frankreich und Italien aus eine Vielzahl von regionalen Zielen und fungiert als Zubringer für die Langstreckenflüge der Partnerairlines.

Die Entscheidung, Paris-Orly als zentrales Drehkreuz zu nutzen, ist bemerkenswert. Während der größere Flughafen Paris-Charles de Gaulle (CDG) traditionell als Hauptdrehkreuz für internationale Flüge in Frankreich fungiert, hat sich Orly zunehmend als wichtiger Knotenpunkt für den Verkehr in die französischen Überseegebiete und zu ausgewählten Langstreckenzielen etabliert. Die Partnerschaft nutzt die geographische Lage und die Infrastruktur von Orly optimal aus, um einen effizienten Transfer zu gewährleisten.

Verkaufsstrategie und Markteintritt

Die kombinierten Flugpläne sind seit dem 6. August 2025 über die Webseiten von Air Caraïbes und French Bee sowie über die Partner-Reisebüros buchbar. Volotea, als dritte Partnerin, integriert die Langstreckenflüge ihrer Partner in ihr eigenes Buchungssystem. Diese gemeinsame Verkaufsstrategie vereinfacht den Buchungsprozeß für Reisende und erhöht die Sichtbarkeit der neuen Verbindungen auf dem Markt.

Das Interline-Abkommen ist ein Zeichen für die zunehmende Kooperation in der Luftfahrtindustrie, um den Herausforderungen eines hart umkämpften Marktes zu begegnen. Es ermöglicht den Fluggesellschaften, ihre Reichweite zu vergrößern, ohne in neue Flugzeuge oder Strecken zu investieren. Stattdessen nutzen sie die Stärken ihrer jeweiligen Partner, um ein attraktiveres Angebot für ihre Kunden zu schaffen. Solche Abkommen sind in der Luftfahrt gängig, aber die spezifische Konstellation von Volotea als Regionalflieger mit Air Caraïbes und French Bee als Langstreckenanbietern ist eine interessante strategische Antwort auf die Bedürfnisse der Reisenden in einem globalisierten Markt.

Die Akteure: Wer sind Volotea, Air Caraïbes und French Bee?

Die drei Partner sind in der europäischen und internationalen Luftfahrt gut etabliert.

  • Volotea wurde 2011 gegründet und hat sich auf Regionalflüge innerhalb Europas spezialisiert. Die Airline ist bekannt für ihre direkten Verbindungen zwischen kleineren und mittleren Städten, die oft nicht von den großen Fluggesellschaften bedient werden.
  • Air Caraïbes ist eine französische Fluggesellschaft, die sich auf Flüge in die Karibik und die französischen Überseegebiete spezialisiert hat. Sie ist eine wichtige Verbindung zwischen dem französischen Mutterland und den Überseeterritorien.
  • French Bee (früher French Blue) ist eine Low-Cost-Langstreckenfluggesellschaft, die ebenfalls von Paris-Orly aus operiert und Ziele wie die USA, Tahiti und Réunion anfliegt.

Die Zusammenführung dieser drei unterschiedlichen Geschäftsmodelle unter einem gemeinsamen Dach schafft ein vielseitiges Reiseangebot, das sowohl auf preissensible Passagiere als auch auf Reisende abzielt, die Wert auf Komfort und Bequemlichkeit legen. Die Kooperation ist ein vielversprechender Schritt, um die Marktposition aller drei Fluggesellschaften zu stärken und den Kunden einen echten Mehrwert zu bieten.

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