Der Lübecker Unternehmer und Eigentümer des Flughafens Lübeck-Blankensee, Winfried Stöcker, hat der Alternative für Deutschland (AfD) eine Spende in Höhe von 50.000 Euro zukommen lassen. Wie aus den aktuellen Veröffentlichungen des Deutschen Bundestages hervorgeht, ging die Zahlung kurz vor den Weihnachtsfeiertagen 2025 ein.
Gemäß den Bestimmungen des Parteiengesetzes müssen Großspenden ab einer Höhe von 50.000 Euro unverzüglich gemeldet und veröffentlicht werden. Stöcker, der als Gründer des Labordiagnostik-Unternehmens Euroimmun zu erheblichem Wohlstand gelangte, ist bereits in der Vergangenheit als großzügiger Unterstützer politischer Parteien in Erscheinung getreten, wobei sein Fokus zuletzt verstärkt auf dem rechtskonservativen Spektrum lag.
Zusätzliche Recherchen im Umfeld des Unternehmers verdeutlichen seine weitreichenden geschäftlichen Aktivitäten in Schleswig-Holstein. Neben dem Betrieb des Regionalflughafens in Lübeck, den er im Jahr 2016 erwarb und seither als Basis für die virtuelle Fluggesellschaft Lübeck Air nutzt, investiert Stöcker massiv in Infrastrukturprojekte wie das Kaufhaus Görlitz. Politisch ist der 78-Jährige kein Unbekannter: In den vergangenen Jahren sorgte er wiederholt für Schlagzeilen, unter anderem durch eigenmächtige Impfstoffentwicklungen während der Corona-Pandemie sowie durch kontroverse öffentliche Äußerungen zu gesellschaftspolitischen Themen. Diese Spende untermauert seine Bestrebungen, Einfluss auf die politische Landschaft in Deutschland zu nehmen, insbesondere im Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen und die Bundestagswahl 2025.
Der Flughafen Lübeck-Blankensee dient unter Stöckers Leitung primär dem Geschäftsreiseverkehr und ausgewählten Linienverbindungen. Kritiker werfen dem Unternehmer vor, seine wirtschaftliche Macht zu nutzen, um Positionen zu stärken, die im Widerspruch zum breiten gesellschaftlichen Konsens stehen. Innerhalb der AfD wird die Finanzspritze hingegen als Bestätigung für die Akzeptanz der Partei in Unternehmerkreisen gewertet. Die Spende reiht sich ein in eine Serie von Zuwendungen privater Geldgeber, die der Partei im laufenden Geschäftsjahr zuflossen. Beobachter weisen darauf hin, dass solche Transaktionen kurz vor Jahresende oft dazu dienen, die finanzielle Ausstattung für anstehende Wahlkampfkampagnen im Folgejahr sicherzustellen.
Die Veröffentlichung der Spende löste in der regionalen Politik von Lübeck gemischte Reaktionen aus. Während Teile der lokalen Wirtschaft die private Entscheidungsfreiheit eines Investors betonen, fordern politische Gegner eine stärkere Prüfung der Abhängigkeiten zwischen öffentlicher Infrastruktur – wie dem Flughafen – und parteipolitischer Einflussnahme. Stöcker selbst hat seine finanzielle Unterstützung in der Vergangenheit oft mit dem Wunsch nach einer „bürgerlich-konservativen Erneuerung“ begründet. Inwiefern diese erneute Zahlung Auswirkungen auf die Kooperationen des Flughafens mit staatlichen Stellen oder anderen Geschäftspartnern haben wird, bleibt abzuwarten. Die Transparenzregeln des Bundestages stellen sicher, dass solche Verflechtungen zwischen Kapital und Politik für die Öffentlichkeit einsehbar bleiben.