Das Technologieunternehmen Amadeus und die International Civil Aviation Organization (ICAO) haben ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, um die digitale Transformation im globalen Luftverkehr zu beschleunigen. Im Zentrum der Kooperation steht die Unterstützung der ICAO-Initiative „No Country Left Behind“.
Ziel ist es, die Mitgliedstaaten bei der Einführung fortschrittlicher digitaler Technologien zu unterstützen, um die Effizienz und Sicherheit der internationalen Luftverkehrssysteme zu steigern. Amadeus bringt hierbei seine Expertise in den Bereichen Reisetechnologie, Datenmanagement und biometrische Verfahren ein, um technische Barrieren abzubauen und die wirtschaftlichen Vorteile des Flugverkehrs weltweit zugänglich zu machen.
Die Zusammenarbeit fokussiert sich insbesondere auf die Implementierung des ICAO-TRIP-Rahmenwerks (Traveller Identification Programme) und der Spezifikationen gemäß Doc 9303 für maschinenlesbare Reisedokumente. Durch den gezielten Kapazitätsaufbau und technische Unterstützung sollen Staaten befähigt werden, internationale Standards effektiver umzusetzen. Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist die Förderung der Interoperabilität biometrischer Daten zwischen verschiedenen Ländern. Dies soll durch spezialisierte Schulungsprogramme erreicht werden, die sowohl technische als auch regulatorische Aspekte der digitalen Identität abdecken, um Grenzkontrollprozesse und Luftverkehrsabläufe weltweit zu modernisieren.
Juan Carlos Salazar, Generalsekretär der ICAO, betonte die Bedeutung der Digitalisierung von Identitätsdokumenten für die künftige Expansion des Luftverkehrssektors. Die Partnerschaft soll sicherstellen, dass technologische Innovationen nicht nur in hochentwickelten Märkten, sondern flächendeckend in allen Mitgliedstaaten eingeführt werden können. Amadeus-Manager Rudy Daniello verwies darauf, dass globale Koordination entscheidend sei, um das Reiseerlebnis durch leistungsstarke Technologien zu verbessern. Die Zusammenarbeit soll eine Roadmap definieren, deren erste konkrete Ergebnisse im Rahmen der „No Country Left Behind“-Ziele bereits für die erste Hälfte des Jahres 2026 erwartet werden.
Branchenanalysen verdeutlichen, dass die Harmonisierung biometrischer Standards eine der größten Herausforderungen für die Luftfahrtindustrie darstellt. Während große Drehkreuze bereits massiv in biometrische Boarding-Prozesse investieren, fehlen in vielen Entwicklungsregionen die nötige Infrastruktur und das Fachwissen. Die Initiative von Amadeus und ICAO zielt darauf ab, diese Kluft zu schließen, um eine nahtlose Reisekette (Seamless Travel) zu ermöglichen. Durch die Bereitstellung von Best Practices und technischen Lösungen soll die globale Luftfahrtinfrastruktur robuster gegenüber Sicherheitsbedrohungen werden und gleichzeitig die Abfertigungsgeschwindigkeiten an den Flughäfen deutlich erhöhen.