Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) verzeichnete im März 2026 einen Zuwachs bei den Passagierzahlen, obwohl externe Faktoren den Flugbetrieb erheblich belasteten. Mit insgesamt 1,98 Millionen Fluggästen stieg das Aufkommen im Vergleich zum März des Vorjahres um 1,2 Prozent.
Dieser Zuwachs verdeutlicht eine robuste Nachfrage im europäischen Reiseverkehr, die die negativen Effekte geopolitischer Spannungen und punktueller Arbeitsniederlegungen kompensieren konnte. Dennoch hinterließen der militärische Konflikt zwischen dem Iran und seinen Gegnern sowie ein großflächiger Warnstreik der Gewerkschaft ver.di am 18. März deutliche Spuren in der operativen Bilanz des Hauptstadtflughafens.
Die Anzahl der Flugbewegungen ging im Berichtszeitraum um 3,6 Prozent auf rund 14.700 Starts und Landungen zurück. Hauptverantwortlich für diesen Rückgang waren massive Flugstreichungen in Richtung Nahost. Aufgrund der instabilen Sicherheitslage im iranischen Luftraum und angrenzender Regionen annullierten die Fluggesellschaften rund 450 Verbindungen. Betroffen waren hiervon insbesondere wichtige Drehkreuze wie Dubai, Doha und Abu Dhabi, aber auch Direktverbindungen nach Tel Aviv und Beirut. Zusätzlich führte der eintägige Warnstreik am 18. März zum Ausfall von etwa 430 Flügen, da der Sicherheitscheck und die Bodenverkehrsdienste weitgehend zum Erliegen kamen, was Tausende Reisende zur Umbuchung zwang.
Besonders drastisch stellten sich die Auswirkungen auf den Güterverkehr dar. Der Frachtumschlag am BER brach im März 2026 um ein Drittel gegenüber dem Vorjahresmonat ein und sank auf 2.900 Tonnen. Da ein erheblicher Teil der Luftfracht in Berlin als sogenannte Beiladung in Passagiermaschinen transportiert wird, führten die gestrichenen Langstreckenflüge nach Asien und in den Orient zu einem unmittelbaren Kapazitätsmangel. Branchenexperten weisen zudem darauf hin, dass die veränderten Flugrouten zur Umgehung von Krisengebieten die Treibstoffkosten erhöhen und die maximale Zuladung vieler Maschinen einschränken, was den kommerziellen Frachtsektor zusätzlich unter Druck setzt.
Trotz dieser Widrigkeiten stabilisierte sich der Flugplan gegen Ende des Monats, was auf eine hohe Resilienz des Standorts Berlin hindeutet. Für das kommende Quartal rechnen Marktbeobachter mit einer weiteren Erholung, sofern die Waffenruhen in der Nahost-Region Bestand haben und die Tarifauseinandersetzungen im öffentlichen Dienst beigelegt werden. Der BER festigt damit seine Position als wichtiger Infrastrukturknotenpunkt im Osten Deutschlands, auch wenn die Volatilität der globalen Politik die Planungssicherheit für Airlines und Logistikunternehmen weiterhin erschwert. Die endgültigen Verkehrsstatistiken werden eine detaillierte Aufschlüsselung der Quell- und Zielmärkte ermöglichen, wobei insbesondere der Mittelmeerraum als Wachstumstreiber erwartet wird.