Die Aufsichtsratsvorsitzende der Mitteldeutschen Flughafen AG (MFAG), Hiltrud Werner, hat ihren Rückzug von der Spitze des Kontrollgremiums angekündigt. Nach fünfjähriger Amtszeit wird die 60-jährige Managerin, die zuvor im Vorstand von Volkswagen für Integrität und Recht zuständig war, bei der kommenden Hauptversammlung am 18. Juni 2026 nicht für eine erneute Mandatsperiode kandidieren.
Werner begründete diesen Schritt mit ihrer persönlichen Belastung durch weitere Mandate sowie der notwendigen langfristigen zeitlichen Bindung, die eine weitere fünfjährige Amtszeit erfordert hätte. Unter ihrer Leitung wurden wesentliche Weichenstellungen für die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden vorgenommen.
Die Amtszeit von Hiltrud Werner war maßgeblich durch die finanzielle Konsolidierung und den eingeleiteten Sanierungskurs des Flughafenkonzerns geprägt. Die MFAG, an der der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt beteiligt sind, sah sich in den vergangenen Jahren mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Werner begleitete dabei den Prozess der Restrukturierung, der darauf abzielt, die Rentabilität der beiden sächsischen Standorte zu sichern. Insbesondere am Frachtdrehkreuz Leipzig/Halle wurden unter ihrer Aufsicht umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen koordiniert, um die Position als einer der führenden europäischen Logistikstandorte zu festigen.
Für die Nachfolge am 18. Juni wird bereits über potenzielle Kandidaten aus der regionalen Politik und Wirtschaft spekuliert, wobei die Entscheidung maßgeblich von den Haupteigentümern, dem Freistaat Sachsen und dem Land Sachsen-Anhalt, beeinflusst wird. Die Aufgabe des künftigen Vorsitzes wird es sein, den eingeschlagenen Sanierungspfad fortzuführen und die Wettbewerbsfähigkeit der Flughäfen gegenüber der Konkurrenz im In- und Ausland zu stärken. Die MFAG betonte in ersten Reaktionen die Verdienste Werners bei der Professionalisierung der Aufsichtsratsarbeit und der Stabilisierung der Unternehmensführung während einer schwierigen Marktphase.
Zusätzlich zur personellen Veränderung im Aufsichtsrat steht der Konzern vor operativen Aufgaben, wie der weiteren Kapazitätsanpassung in Dresden und der Bewältigung des wachsenden Frachtaufkommens in Leipzig. Die Sanierung gilt laut Werner als weitgehend geglückt, doch die langfristige Refinanzierung der anstehenden Ausbauprojekte bleibt ein zentrales Thema für das Management. Die Übergabe erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die strategische Ausrichtung der Flughafengruppe für die nächsten zehn Jahre definiert wird.