Der Flugzeugsitzhersteller ZIM Aircraft Seating Group mit Hauptsitz in Immenstaad am Bodensee hat zum 1. September 2026 zwei zentrale Leitungs-Positionen neu besetzt.
Thomas Friedberger übernimmt die Funktion des Vice President Sales, während Hermann Hoffmann zum neuen Head of Design ernannt wurde. Mit den Personalentscheidungen reagiert der Zulieferer von Flugzeugkabinen-Komponenten auf gestiegene Produktionskapazitäten und das gestiegene Auftragsvolumen bei Passagiersitzen. Das Unternehmen, das mehr als 400 Mitarbeiter an drei Standorten in Deutschland und den USA beschäftigt und zur Beteiligungsgesellschaft Aurelius gehört, beliefert Flugzeughersteller wie Airbus und Boeing sowie internationale Fluggesellschaften.
Der neue Vertriebsleiter Thomas Friedberger bringt langjährige Führungserfahrung aus der Luft- und Raumfahrtbranche mit. In seinen früheren Stationen war er unter anderem bei Airbus Commercial Aircraft, Airbus Defence & Space sowie bei Dornier Luftfahrt in leitenden Funktionen tätig. Seine künftige Aufgabe liegt in der Führung der globalen Vertriebsteams und der Ausweitung der Marktpräsenz in den Regionen Amerika, EMEA sowie Asien-Pazifik. Hermann Hoffmann wiederum verantwortet als Head of Design die Produktentwicklung sowie die Anpassung der Sitzplattformen an die technischen Vorgaben der Auftraggeber. Hoffmann verfügt über Erfahrung in der Konstruktion von Kabinenelementen und der Prozessoptimierung im Sitzbau.
Die Neubesetzung der Führungspositionen erfolgt vor dem Hintergrund eines anhaltenden Anpassungsdrucks in der gesamten Zulieferindustrie der Zivilluftfahrt. Der Markt für Flugzeugsitze ist durch strikte Zulassungsbestimmungen, hohe Sicherheitsanforderungen und enge Lieferfristen der Flugzeugbauer geprägt. ZIM Aircraft Seating war in der Vergangenheit mit finanziellen Restrukturierungen konfrontiert, darunter ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung im Jahr 2020, das durch den Einstieg des Finanzinvestors Aurelius abgeschlossen wurde. Der Ausbau der Führungsstruktur soll die betriebliche Stabilität im laufenden Fertigungsbetrieb sichern.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass der Erfolg der neuen Führungskräfte maßgeblich von der Bewältigung der weltweiten Lieferkettenprobleme abhängt. Verzögerungen bei der Beschaffung von Rohstoffen und elektronischen Komponenten stellen die Zulieferbetriebe weiterhin vor organisatorische Hürden. Zudem muss sich das Unternehmen im Wettbewerb mit etablierten Großkonzernen der Kabinenausstattung behaupten, was kontinuierliche Anpassungen bei den Produktionskosten und den Fertigungszeiten erfordert.