Die in der Wiener Praterstraße im zweiten Bezirk ansässige Pigalle Bar stellt eine Neuausrichtung ihres Betriebskonzepts vor. Seit August 2026 steht das Lokal unter der Leitung von Kenan Pajaziti, Clemens Waschkau und Jonathan Frimpong-Ansah.
Das Führungstrio, das zuvor in verschiedenen Wiener Gastronomiebetrieben wie der Spelunke, Dino’s Apothecary Bar, dem Kleinod Prunkstück und dem Collina am Berg tätig war, schärft das Profil der Bar mit einem verstärkten Fokus auf französische Barkultur. Das Angebot umfasst neben klassischen und neu entwickelten Cocktails auch Schaumweine sowie eine auf französische Spezialitäten ausgerichtete Speisekarte.
Das Getränkeangebot verbindet traditionelle Cocktails mit Eigenkreationen, die Zutaten wie infundierte Spirituosen oder ungewöhnliche Komponenten enthalten. Zudem ergänzen alkoholfreie Mischgetränke sowie französische Weine, Crémant und Champagner das Sortiment. Die Speisekarte ist als Barfood-Konzept angelegt, das kleine Speisen zum Teilen vorsieht. Das Angebot reicht von französischen Käsesorten und Wurstspezialitäten wie Saucisson und Jambon de Paris über Jahrgangssardinen bis hin zu warmen Zwischenmahlzeiten wie dem Croque Monsieur. Einmal im Monat wird das Sortiment um frische Austern erweitert.
Die Praterstraße im Leopoldstädter Viertel hat sich in den vergangenen Jahren zu einer hochfrequentierten Ausgehmeile in Wien entwickelt, auf der sich zahlreiche Gastronomiekonzepte um ein ausgabebegeistertes Publikum bemühen. Branchenkenner weisen darauf hin, dass die Spezialisierung auf Nischen- und Länderkonzepte wie die französische Aperitif-Kultur ein gängiges Mittel darstellt, um sich im wettbewerbsintensiven Wiener Nachtleben zu behaupten. Gleichzeitig erfordert der Import spezialisierter Lebensmittel und Marken-Spirituosen eine genaue Kalkulation, um den betriebswirtschaftlichen Aufwand bei schwankenden Gästezahlen abzufedern.
Der Erfolg des überarbeiteten Konzepts hängt maßgeblich davon ab, wie sich das Lokal gegenüber der etablierten Konkurrenz im zweiten Gemeindebezirk behauptet. Während das Angebot an gehobenen Spirituosen und Barfood eine kaufkräftige Klientel anspricht, stellen die gestiegenen Warenbeschaffungskosten und Personalausgaben in der Wiener Gastronomiebranche eine anhaltende Herausforderung für den wirtschaftlichen Dauerbetrieb dar.