Ein medizinischer Notfall zwingt eine Linienmaschine von United Airlines zu einem ungeplanten Zwischenstopp. Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Zwischenfälle innerhalb weniger Tage.
Am 15. April 2025 wurde Flug UA71 von United Airlines, eine Boeing 777-200ER mit der Kennung N78005, gezwungen, von seiner regulären Route abzuweichen. Der Flug war planmäßig um 09.23 Uhr vom Flughafen Amsterdam Schiphol in Richtung Newark Liberty International Airport (USA) gestartet. Etwa zwei Stunden nach dem Abheben meldete die Crew gesundheitliche Probleme eines der diensthabenden Piloten.
Der Vorfall ereignete sich in 36.000 Fuß Höhe über dem Atlantik, rund 670 nautische Meilen nordwestlich von Dublin. Nachdem der Zustand des dritten Piloten als ernst eingestuft wurde, entschieden sich die verantwortlichen Piloten zur Umkehr und zur Landung auf dem nächstgelegenen geeigneten Flughafen. Gegen 12.30 Uhr Ortszeit setzte das Flugzeug sicher in der irischen Hauptstadt Dublin auf. Die örtlichen Rettungskräfte waren informiert und übernahmen unverzüglich die medizinische Betreuung des betroffenen Crew-Mitglieds. Über dessen Gesundheitszustand wurde zunächst nichts Näheres bekannt.
Nach Überprüfung des Gesundheitszustandes und technischen Kontrollen durch Bodenpersonal startete die Boeing 777 um 14.07 Uhr erneut Richtung Nordamerika. Die Landung in Newark war für 15.52 Uhr Ortszeit vorgesehen. Die betreffende Maschine ist bereits seit November 1998 im Einsatz und bietet Platz für insgesamt 276 Passagiere in verschiedenen Komfortklassen.
Weitere medizinische Notfälle bei United Airlines
Der Vorfall vom 15. April ist nicht isoliert zu betrachten. Bereits fünf Tage zuvor, am 10. April, mußte ein weiterer Flug von United Airlines — Flug UA977 von Newark nach Dubai — im griechischen Athen notlanden. Grund war ein schwerer medizinischer Notfall eines Passagiers. Trotz des Einsatzes eines Defibrillators und der Unterstützung durch eine medizinisch geschulte Person an Bord verstarb der Fluggast noch vor Ort.
Der Flug, durchgeführt mit einer Boeing 777-300ER, verblieb für drei Stunden in Athen, ehe die Maschine ihren Weg nach Dubai fortsetzen konnte. Zwei Tage später kehrte dasselbe Flugzeug planmäßig nach Newark zurück.
Technische Zwischenfälle verstärken Sicherheitsdiskussion
Neben medizinischen Notfällen häufen sich auch technische Probleme. Am 14. April mußte Flug UA2325 von Denver nach Edmonton zurückkehren, nachdem kurz nach dem Start Flammen aus einem der Triebwerke gesichtet worden waren. Die Ursache wird derzeit als möglicher Vogelschlag untersucht. Alle 153 Passagiere blieben unverletzt und wurden nach der Rückkehr in Denver sicher evakuiert.
Vogelschläge stellen ein bekanntes Risiko in der zivilen Luftfahrt dar. Nach Angaben der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA wurden im Jahr 2023 mehr als 17.000 solcher Vorfälle registriert. Derartige Zusammenstöße ereignen sich besonders häufig während Start- und Landephasen. Flughäfen begegnen dieser Gefahr mit verschiedenen Präventionsstrategien, etwa durch akustische oder visuelle Abschreckungssysteme.
Hintergrund zu United Airlines’ transatlantischen Verbindungen
United Airlines zählt zu den größten Fluggesellschaften der Vereinigten Staaten und unterhält täglich mehrere Verbindungen zwischen Amsterdam und nordamerikanischen Zielen. Neben Newark werden unter anderem auch Chicago, Houston, Washington-Dulles und San Francisco von der niederländischen Hauptstadt aus bedient. Die eingesetzten Maschinen umfassen dabei Modelle wie die Boeing 767-300ER, die Boeing 777-200ER sowie die Boeing 787-8 Dreamliner.
Insgesamt bietet United im April 2025 wöchentlich bis zu 35 Flüge mit mehr als 8.000 Sitzplätzen zwischen den USA und den Niederlanden an. Die Strecke Amsterdam–Chicago gilt dabei als eine der längsten Verbindungen mit der Boeing 767-300ER.
Konzerninterne Reaktionen und Ausblick
United Airlines äußerte sich offiziell zu dem Vorfall mit der Erklärung, daß man den Flug zur „Behandlung eines gesundheitlichen Anliegens“ umgeleitet habe. Weitere Details wurden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht veröffentlicht. Die US-Luftfahrtbehörde FAA beobachtet die Entwicklungen bei United Airlines genau. Angesichts der wiederholten Zwischenfälle wurde intern angekündigt, bestehende Prozesse auf Effizienz und Sicherheitsstandards zu prüfen.
Auch in der Pilotenausbildung und im medizinischen Screening von Flugpersonal sollen gegebenenfalls Anpassungen erfolgen, um derartige Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.
Die Notlandung in Dublin stellt keinen Einzelfall dar, sondern ist Teil einer Reihe von medizinischen und technischen Zwischenfällen, die bei United Airlines in jüngster Zeit zu beobachten waren. Auch wenn solche Ereignisse in der modernen Luftfahrt nicht gänzlich ausgeschlossen werden können, verdeutlichen sie die Wichtigkeit umfassender Sicherheitskonzepte und schneller Reaktionsfähigkeit. Für Passagiere bleibt die Gewissheit, daß professionelle Abläufe in kritischen Momenten Leben retten können.