Wizz Air am Flughafen Luqa (Foto: Jan Gruber).
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Piloten und Flugbegleiter betroffen: Wizz Air plant Stellenabbau in Rumänien

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Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air bereitet in Rumänien eine Reduzierung ihrer Belegschaft vor. Nach Informationen aus internen Unternehmensdokumenten steht ein Abbau von bis zu 172 Arbeitsplätzen im Raum, was knapp zehn Prozent der insgesamt rund 1.892 Beschäftigten des Anbieters im Nachbarland entspricht.

Betroffen von den Maßnahmen sind ausschließlich operative, nicht-leitende Positionen im Flugdienst, darunter Piloten, Copiloten und Flugbegleiter an mehreren Basisstandorten wie Craiova, Bukarest, Iași und Cluj. Parallel zu den Kündigungsplänen äußert die Führung des Unternehmens Interesse an einer Übernahme von Streckenrechten der staatlichen rumänischen Fluggesellschaft Tarom, was bei der dortigen Führung auf deutliche Ablehnung stößt. Gleichzeitig führen Vertreter der Fluggesellschaft Gespräche mit der ungarischen Regierung über den Ausbau des Flugbetriebs an den Standorten Budapest und Debrecen, wobei regulatorische Vorgaben zum Nachtflugbetrieb im Mittelpunkt stehen.

Umfang der Personalmaßnahmen an den rumänischen Standorten

Die vorgesehenen Einschnitte beim fliegenden Personal verteilen sich auf mehrere operative Stützpunkte des Unternehmens in Rumänien. Auf den Listen für den Stellenabbau stehen nach vorliegenden Daten mehr als 150 Stellen für Piloten und Erste Offiziere sowie über 120 Positionen im Kabinenbereich. Der am stärksten betroffene Standort ist Craiova mit voraussichtlich 47 Streichungen, gefolgt von Bukarest mit 46 und Iași mit 44 betroffenen Arbeitsplätzen. Am Standort Klausenburg sieht die Planung den Wegfall von 36 Stellen vor, darunter fünf Kapitäne, sechs Erste Offiziere, sechs leitende Flugbegleiter sowie 19 Flugbegleiter.

Als Hauptkriterien für die Auswahl des betroffenen Personals hat das Management in erster Linie die Ergebnisse der letzten jährlichen Leistungsbeurteilung festgelegt. Bei gleicher Qualifikation und Bewertung soll die Dauer der Betriebszugehörigkeit innerhalb der Unternehmensgruppe als nachrangiges Entscheidungskriterium herangezogen werden. Die Kündigungen sollen im Oktober und November vollzogen werden. Den Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften wurde eine Frist bis zum 14. September eingeräumt, um Stellungnahmen zu den geplanten Personalanpassungen abzugeben. Das endgültige Ausmaß der Maßnahmen soll nach Abschluss der Konsultationsverfahren feststehen.

Marktkonditionen, Kapazitätsanpassungen und Konsolidierungsdruck

Als Auslöser für die Kapazitätsanpassungen und Personaleinschnitte verweist das Management auf anhaltende Belastungen durch hohe Kraftstoffpreise und steigende Betriebskosten in der europäischen Zivilluftfahrt. Der Kostendruck zwingt die Fluggesellschaft zur Überprüfung ihrer Netzwerkkapazitäten, was sich mittelfristig auch auf die Preisgestaltung im Passagierverkehr auswirken könnte. In der Branche verdichten sich zudem die Anzeichen für eine fortschreitende Marktkonzentration. Marktbeobachter verweisen auf Äußerungen der Führung des Konkurrenten Ryanair, wonach auch Wizz Air im Zuge des Konsolidierungsdrucks in Europa zu einem Übernahmekandidaten werden könnte.

Dessen ungeachtet baut Wizz Air seine Präsenz im östlichen Mitteleuropa weiter aus. Der Anbieter betreibt in Rumänien seit 20 Jahren ein Netz von 231 Strecken von 14 Flughäfen aus und bereitet die Eröffnung einer zehnten Basis in Brașov vor. Das Unternehmen ist gemessen am Passagieraufkommen der größte Anbieter auf dem rumänischen Markt und deckt insbesondere die hohe Nachfrage der im europäischen Ausland tätigen Arbeitskräfte ab.

Kontroverse um die Übernahme von Flugverbindungen der Tarom

Vor dem Hintergrund der eigenen Marktposition hat der Geschäftsführer von Wizz Air, József Váradi, vorgeschlagen, das internationale Streckennetz der staatlichen rumänischen Fluggesellschaft Tarom zu übernehmen und bei entsprechenden Rahmenbedingungen auch deren Inlandsverbindungen weiterzuführen. Váradi argumentierte, dass staatlich gestützte nationale Fluggesellschaften wirtschaftlich nicht tragfähig seien und öffentliche Budgets belasten würden. Er verwies dabei auf das Beispiel der ehemaligen ungarischen Fluggesellschaft Malév.

Die Führung der staatlichen Tarom wies das Angebot von Wizz Air umgehend als unrealistisch und unseriös zurück. Die rumänische Fluggesellschaft betonte, dass ein Rückzug des staatlichen Anbieters die flächendeckende Anbindung des Landes gefährden würde. Anders als von Wizz Air dargestellt, bestehe keine Garantie, dass private Billiganbieter alle unrentablen Regionalverbindungen dauerhaft aufrechterhalten würden. Der Vorstoß hat die Debatte über die Zukunft des Luftverkehrsmarktes in der Region weiter verschärft.

Verhandlungen über den Standort Ungarn und Auflagen für den Nachtflug

Parallel zu den Entwicklungen in Rumänien führt das Unternehmen Verhandlungen mit der ungarischen Regierung über den weiteren Ausbau seiner Aktivitäten im Heimatmarkt. Dávid Vitézy, Minister für Verkehr und Investitionen, verhandelte mit der Unternehmensführung über Erweiterungen der Basen an den Flughäfen Budapest und Debrecen sowie über die Eröffnung neuer Flugverbindungen. Die Regierungsseite stellte dabei stabile Rahmenbedingungen in Aussicht, verknüpfte dies jedoch mit klaren Bedingungen zum Schutz der Bevölkerung.

Voraussetzung für eine Ausweitung des Flugbetriebs am Hauptstadtsport ist die strikte Einhaltung von Lärmschutzbestimmungen während der Nachtstunden. Aufgrund von Beschwerden von Anwohnern aus den umliegenden Stadtbezirken über die Belastung durch nächtlichen Flugverkehr wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese hat die Aufgabe, Maßnahmen zur Reduzierung der Flugbewegungen in den Nachtstunden auszuarbeiten, um den Interessenausgleich zwischen dem Wachstum des Luftverkehrs und der Nachtruhe der Anwohner sicherzustellen.

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