Die südostasiatische Luftfahrtgruppe Air Asia hat ihre Absicht bekräftigt, das Königreich Bahrain als zentrales Drehkreuz für Verbindungen zwischen Asien, dem Nahen Osten, Europa und Australien zu etablieren.
Wie die Muttergesellschaft am 1. November 2026 mitteilte, wurde ein siebenköpfiger Verwaltungsrat für die Tochtergesellschaft Air Asia Bahrain berufen. Die Besetzung des Gremiums markiert einen weiteren Schritt bei der Umsetzung des Projekts, dessen ursprünglicher Zeitplan aufgrund regionaler Konflikte und Luftraumbeschränkungen im Nahen Osten angepasst werden musste. Nach dem vorübergehenden Aussetzen der im Sommer 2026 geplanten Strecken peilt die Unternehmensführung nun den Start des regulären Passagierflugbetriebs über den Bahrain International Airport für März 2027 an, sofern es die sicherheitspolitische Lage in der Region zulässt.
Verzögerungen im Streckenausbau durch regionale Luftraumbeschränkungen
Die Air Asia Group hatte ihre Pläne für den Aufbau des ersten Drehkreuzes außerhalb Asiens im Februar 2026 vorgestellt. Kern des operativen Konzepts war die Ausfädelung von Langstreckenverbindungen der Tochtergesellschaft Air Asia X auf der Route vom Drehkreuz Kuala Lumpur über den Bahrain International Airport zum britischen Flughafen London-Gatwick. Der Flugbetrieb sollte ursprünglich im Juni 2026 aufgenommen werden.
Aufgrund von geopolitischen Spannungen und den daraus resultierenden Luftraumsperrungen im Nahen Osten musste die Fluggesellschaft den Flugbetrieb auf dieser Achse im Spätsommer 2026 jedoch vorübergehend aussetzen. Trotz der operativen Unterbrechungen hält die Konzernleitung an dem Standort fest. Tony Fernandes, Chief Executive Officer von Capital A und Berater der Air Asia Group, erklärte anlässlich der Gremienberufung, dass die geographische Lage Bahrains als Scharnier zwischen den ASEAN-Staaten, dem Golfraum und Europa für die langfristige Netzentwicklung von hoher Relevanz bleibe.
Struktur und Besetzung des neuen Verwaltungsrats von Air Asia Bahrain
Zur Absicherung der Aktivitäten vor Ort setzte das Unternehmen ein ausschließlich aus nicht-exekutiven Vorstandsmitgliedern (Non-Executive Directors) bestehendes Führungsgremium ein. Den Vorsitz des siebenköpfigen Verwaltungsrats von Air Asia Bahrain übernimmt Serra Kirdar, während Fam Lee Ee als stellvertretender Vorsitzender fungiert.
Dem Gremium gehören zudem weitere Persönlichkeiten aus der regionalen Wirtschaft und der internationalen Zivilluftfahrt an, darunter Faisal Khalid Kanoo, Nawaf Al Zayani, Akram Safa, Lord Ahmad of Wimbledon sowie Jamaludin Ibrahim. Die Zusammensetzung soll die Verankerung des Unternehmens im Königreich Bahrain stärken und die behördlichen Abstimmungen für den angestrebten Betriebsstart im März 2027 koordinieren.
Ausbau von Instandhaltungskapazitäten und Erweiterung des Frachtverkehrs
Die Pläne der Air Asia Group in Bahrain beschränken sich nicht auf den reinen Passagierverkehr. Das Unternehmen beabsichtigt, über seine Wartungssparte Asia Digital Engineering (ADE) eigene Kapazitäten für Instandhaltung, Reparatur und Überholung (MRO) am Flughafen Bahrain aufzubauen. Diese Einrichtungen sollen neben den werkseigenen Maschinen auch Drittkunden aus der Nahost-Region zur Verfügung stehen, um technische Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen und die luftfahrttechnische Infrastruktur des Königreichs zu nutzen.
Parallel dazu baut die Logistiksparte des Konzerns, Teleport, ihre Präsenz am Standort aus. Bereits seit Februar 2026 bedient Teleport den Flughafen Bahrain mit zwei wöchentlichen Frachtflugverbindungen. Diese Kapazitäten sollen schrittweise durch den Einsatz größerer Frachtflugzeuge aufgestockt werden, um den Warenaustausch zwischen Südostasien und den Golfstaaten unabhängig von den Passagierflugplänen zu intensivieren.