Die Buchungsplattform Vini nimmt den Flugplatz Frankfurt-Egelsbach in ihr Streckenportfolio auf und bietet von dort aus fünf Direktverbindungen im Bedenk- und On-Demand-Flugverkehr an.
Nach Unternehmensangaben können Kunden Flüge zu den Destinationen Hamburg, Bremen, Berlin-Schönhagen, Sylt sowie zum belgischen Flughafen Antwerpen anfragen. Das Geschäftsmodell sieht keinen festen Flugplan mit regelmäßigen Abflugzeiten vor. Stattdessen werden Einzelanfragen gebündelt, um bei ausreichender Auslastung und Verfügbarkeit von Fluggerät entsprechende Verbindungen mit Partnerunternehmen zu organisieren.
Für die Durchführung der Flüge greift die Plattform auf externe Luftfahrtunternehmen zurück. Die Beförderung soll primär mit einmotorigen Turboprop-Maschinen des Typs Cessna Grand Caravan EX erfolgen, die vom Partnerunternehmen Eisele Flugdienst bereitgestellt werden. Zudem bereitet Vini eine Kooperation mit der portugiesischen Fluggesellschaft Sevenair vor, um bei höherem Passagieraufkommen zweimotorige Flugzeuge des Typs Dornier Do 228 einzusetzen. Das Angebot richtet sich vornehmlich an Geschäftsreisende, die Ausweichmöglichkeiten zu den großen Drehkreuzen suchen.
Der Flugplatz Frankfurt-Egelsbach, der als stark frequentierter Verkehrslandeplatz für die allgemeine Luftfahrt im Rhein-Main-Gebiet dient, bietet aufgrund seiner Infrastruktur kurze Wege und verkürzte Abfertigungszeiten am Boden. Durch die Nutzung kleinerer Verkehrslandeplätze wie Berlin-Schönhagen dezentralisiert die Plattform Flugrouten abseits des regulären Linienflugverkehrs. Vini-Geschäftsführer Tomislav Lang verweist darauf, dass durch die Anbindung von Zielen ohne direkte Linienverbindung Zeitgewinne bei der Gesamtreisekette erzielt werden sollen.
Luftfahrtanalysten bewerten die wirtschaftlichen Aussichten von linienunabhängigen On-Demand-Modellen im Regionalflugverkehr zurückhaltend. Da der Flugbetrieb erst bei einer Mindestanzahl von Buchungen zustande kommt, fehlt Passagieren die für den Geschäftsreiseverkehr wesentliche Planungssicherheit. Zudem hängen die Betriebskosten je angebotenem Sitzkilometer bei kleineren Turboprop-Maschinen stark von der Auslastung ab, was ohne feste Abnahmegarantien zu schwankenden Margen für die ausführenden Fluggesellschaften führt.