Polen wird zum größten Betreiber des Kampfhubschraubers AH-64E Apache außerhalb der Vereinigten Staaten. Am 26. November schloss Warschau mit dem US-Rüstungskonzern Boeing einen Vertrag im Rahmen eines Foreign Military Sales (FMS) ab, der die Produktion von 96 AH-64E Apache Angriffshubschraubern umfasst. Der Vertragswert wird mit nahezu 4,7 Milliarden US-Dollar angegeben und stellt den umfangreichsten Apache-Auftrag dar, den Boeing jemals von einem nicht-amerikanischen Kunden erhalten hat.
Die Auslieferung der Hubschrauber an die polnischen Streitkräfte soll im Jahr 2028 beginnen. Im Vorfeld bereitet sich das polnische Ministerium für Nationale Verteidigung (MND) bereits aktiv vor. Zur Schulung von Piloten und Technikern werden derzeit acht Apache-Hubschrauber von der US Army geleast und in Polen genutzt. Der neue Apache-Kampfhubschrauber der AH-64E-Variante, auch als „Guardian“ bekannt, gilt als die modernste Ausführung und bietet verbesserte Tödlichkeit, Überlebensfähigkeit und Interoperabilität. Mit der Beschaffung beabsichtigt Polen, seine veralteten sowjetischen Hubschrauber des Typs Mil Mi-24 Hind schrittweise zu ersetzen.
Als Teil einer Offset-Vereinbarung wird die polnische Industrie in die Logistik und Instandhaltung der Apache-Flotte eingebunden. Boeing verpflichtet sich, entsprechende Wartungs- und Unterstützungsrollen an die polnische Rüstungsindustrie zu übertragen. Darüber hinaus wird Boeing beim Aufbau von Schulungsprogrammen und der Entwicklung eines Verbundwerkstofflabors in Polen unterstützen. Diese Investitionen zielen darauf ab, die heimische Verteidigungsfähigkeit und technologische Basis Polens zu stärken.
Polen wird das 19. Land, das sich für den Apache entscheidet, und folgt damit jüngsten Betreibern wie Australien, Indien und Marokko. Die massive Aufrüstung des polnischen Militärs ist Teil der weitreichenden Modernisierungsbestrebungen des NATO-Mitglieds, das seine Luftstreitkräfte in Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage in Osteuropa massiv stärkt.