Die portugiesische Regierung erachtet die staatliche Fluggesellschaft TAP Air Portugal primär aus strategischen und nicht aus finanziellen Erwägungen als bedeutend. Dies erklärte Ministerratskoordinator António Leitão Amaro am Dienstag in Lissabon. Die geplante Privatisierung der TAP sei ein wichtiger und laufender Prozess, wobei er sich zum genauen Zeitplan nicht äußerte.
Zuvor hatte Premierminister Luís Montenegro die Notwendigkeit betont, das Drehkreuz Lissabon und strategisch wichtige Flugrouten zu erhalten. Der Privatisierungsprozess war im März nach einem Misstrauensvotum gegen die vorherige Regierung zeitweise unterbrochen worden. Nach den Wahlen im Mai, die seine Partei gewann, jedoch ohne absolute Mehrheit, wird der Prozess nun fortgesetzt.
Ursprünglich erwog die Regierung den Verkauf von mindestens 49 Prozent der TAP-Anteile. Durch die Entscheidung, zunächst eine Minderheitsbeteiligung zu veräußern, könnte die Regierung politischen Widerstand im Parlament vermeiden, der bei einem Versuch, die Mehrheit zu verkaufen, wahrscheinlich wäre. Die Privatisierung der TAP wird seit Jahren diskutiert und gilt als komplexer Prozess, bei dem strategische Interessen des Landes eine wichtige Rolle spielen.