Airbus A321LR (Foto: Steffen Lorenz).
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Portugiesische Regierung nimmt TAP-Privatisierung nach Neuwahlen wieder auf

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Nach einer schweren Regierungskrise und den Neuwahlen im Mai plant die neue portugiesische Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Luis Montenegro, die Privatisierung der nationalen Fluggesellschaft TAP Air Portugal wieder aufzunehmen. Zuletzt tendierte die Regierung zu einem Teilverkauf der Airline an einen strategischen Partner. Die Wiederaufnahme des Prozesses wird als zeitnah eingeschätzt, nachdem die Mitte-Rechts-Parteienkoalition AD als Sieger aus den Wahlen hervorging, wenn auch ohne absolute Mehrheit.

Der Privatisierungsprozess der TAP war im Frühjahr dieses Jahres aufgrund der damaligen Regierungskrise zum Stillstand gekommen. Nun liegen der portugiesischen Regierung gemäss Medienberichten bereits zwei unabhängige Bewertungsgutachten der Banco Finantia und des Wirtschaftsprüfers EY zur TAP vor. Diese Gutachten bilden die Grundlage für Verhandlungen mit potenziellen Kaufinteressenten. Der Kreis der Interessenten ist breit gefächert und umfasst grosse europäische Luftfahrtkonzerne wie die International Airlines Group (IAG), Air France-KLM und die Lufthansa-Gruppe, die alle ein strategisches Interesse an der TAP bekundet haben.

Angesichts der fehlenden eigenen Parlamentsmehrheit für die neue Regierung wird ein Kompromiss bei der Privatisierung notwendig sein. Gemäss Informationen von Bloomberg tendierte Portugal zuletzt zu einem Verkauf von 49 Prozent der TAP-Anteile an private Investoren. Ein zentraler Punkt, bei dem sich Regierung und Opposition einig sind, ist die Bedeutung des künftigen Hub-Verkehrs in Lissabon. Ein neuer Eigentümer müsse gewährleisten, daß Lissabon als Drehkreuz weiterhin eine zentrale Rolle spiele. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung des Flughafens für die wirtschaftliche Entwicklung Portugals und die Anbindung an wichtige Langstreckenmärkte.

Das Interesse der Lufthansa an TAP Air Portugal ist nicht neu. Bereits im Februar 2020 gab es Berichte über einen möglichen Einstieg der Lufthansa bei TAP, möglicherweise im Verbund mit dem US-amerikanischen Partner United Airlines. Kurz darauf geriet die gesamte Luftfahrtbranche jedoch in den Krisenmodus der Pandemie, was alle Pläne vorerst zunichtemachte. Die zugrundeliegenden Argumente für einen Lufthansa-Deal mit TAP haben sich auch fünf Jahre später kaum geändert. Insbesondere die Erosion der Marktanteile der Star Alliance in Südamerika, seitdem der frühere Partner TAM zu LAN gewechselt ist, macht die TAP mit ihrem starken Südamerika-Netzwerk für die Lufthansa als Star Alliance-Mitglied hochattraktiv.

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