Das griechische Beherbergungsgewerbe blickt mit großer Zuversicht auf die laufende Saison 2026. Laut den Ergebnissen des aktuellen „European Accommodation Barometer 2026“, einer umfassenden Branchenstudie von Booking.com und Statista, gehört Griechenland im europäischen Vergleich zu den optimistischsten Hotelmärkten. Demnach erwarten 73 Prozent der befragten griechischen Hotelbetreiber und Unternehmenseigner eine positive Geschäftsentwicklung für die kommenden sechs Monate.
Damit reiht sich das Land neben Spanien und den nordischen Staaten in die europäische Spitzengruppe bezüglich des geschäftlichen Vertrauensindex ein. Diese positive Grundstimmung wird durch solide Betriebskennzahlen gestützt: 57 Prozent der Betriebe meldeten für das vergangene Halbjahr gestiegene Auslastungsraten, während 36 Prozent höhere Zimmerpreise pro Tag durchsetzen konnten.
Trotz des ausgeprägten Optimismus im operativen Geschäft agieren die griechischen Hoteliers bei zukünftigen Kapitalausgaben und Erweiterungen deutlich vorsichtiger als in den Vorjahren. Lediglich 21 Prozent der Befragten planen, ihre Investitionen in den kommenden sechs Monaten aufzustocken. Demgegenüber beabsichtigen 28 Prozent eine Kürzung der Ausgaben, während die Mehrheit von 51 Prozent das aktuelle Investitionsniveau unverändert beibehalten möchte. Als wesentlicher Grund für diese Zurückhaltung wird neben der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit auch der erschwerte Zugang zu Finanzierungsmitteln genannt. Zwar gaben 40 Prozent der Umfrageteilnehmer an, keine Probleme bei der Kapitalbeschaffung zu haben, jedoch sieht sich ein signifikanter Anteil von 28 Prozent mit spürbaren Hürden bei der Kreditvergabe konfrontiert.
Um die traditionell ausgeprägte Saisonalität des griechischen Tourismus abzumildern und die Auslastung außerhalb der Hauptmonate zu stabilisieren, setzen die Betriebe auf ein Bündel strategischer Maßnahmen. Jeweils 84 Prozent der Beherbergungsbetriebe nutzen Rabatte sowie Sonderpakete für die Nebensaison, passen ihre Stornierungsbedingungen flexibel an und kooperieren intensiv mit digitalen Buchungsplattformen. Zudem gaben 73 Prozent an, ihr Personalmanagement und den Hotelbetrieb dynamisch an die saisonale Nachfrage anzupassen. Mehr als die Hälfte der Betriebe veranstaltet gezielt Konferenzen oder Events außerhalb der Ferienkerntage und arbeitet mit regionalen Kultureinrichtungen zusammen, um ganzjährige Angebote zu etablieren. Etwa jeder zweite Betrieb investierte zudem in wetterunabhängige Freizeiteinrichtungen.
Die Erhebung, für die im Zeitraum von Februar bis März 1.240 Führungskräfte des europäischen Beherbergungssektors interviewt wurden, unterstreicht zudem die wachsende Bedeutung von Event-Tourismus und digitaler Sicherheit. Rund 60 Prozent der griechischen Hotelbetriebe profitierten im vergangenen Jahr von Großveranstaltungen, was deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 50 Prozent liegt. Im Bereich der IT-Sicherheit sehen sich 65 Prozent der griechischen Befragten gut gegen Cyberrisiken aufgestellt; lediglich 6 Prozent meldeten einen entsprechenden Sicherheitsvorfall innerhalb der letzten zwölf Monate. Die Ergebnisse spiegeln somit einen resilienten Markt wider, der trotz geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und wirtschaftlicher Restriktionen auf Kontinuität und digitale Modernisierung setzt.