Zapfsäule an einer Tankstelle (Foto: Robert Spohr).
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Preisrückgang an den Tankstellen: Staat profitiert von hohen Abgabenlasten

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Zum Jahreswechsel 2025/2026 hat sich die Situation an den österreichischen Tankstellen für Verbraucher spürbar entspannt. Nach einem deutlichen Preisanstieg im November sanken die Kosten für Kraftstoffe im Dezember 2025 signifikant. Diesel verbilligte sich im Monatsvergleich um sieben Cent auf durchschnittlich 1,507 Euro pro Liter, während Super mit 1,472 Euro pro Liter sogar einen Jahrestiefststand erreichte. Interessanterweise setzte sich dieser Trend rund um den Jahreswechsel fort, wobei Diesel mit 1,472 Euro und Super mit 1,444 Euro pro Liter notierten. Damit festigt sich das bereits länger beobachtete Phänomen, dass Diesel an der Zapfsäule keinen Preisvorteil mehr gegenüber Benzin bietet.

Trotz der nominalen Preissenkungen bleibt die steuerliche Belastung für die Autofahrer massiv. Durch die Kombination aus Umsatzsteuer, Mineralölsteuer und der aktuellen Stufe der CO2-Bepreisung fließt mehr als die Hälfte des gezahlten Betrags direkt in das Staatsbudget. Aktuell entfallen etwa 80 Cent pro Liter auf staatliche Abgaben. Branchenexperten und Mobilitätsclubs weisen darauf hin, dass die Kraftstoffpreise ohne Berücksichtigung dieser Steuern seit dem Vorjahr lediglich um elf Prozent gesunken sind, obwohl die Rohölpreise am Weltmarkt im selben Zeitraum um 28 Prozent nachgegeben haben. Aufgrund dieser Diskrepanz hat das Finanzministerium eine genauere Untersuchung der Preisgestaltung angeordnet.

Ein kritischer Punkt in der Marktanalyse bleibt die Entkopplung der Tankstellenpreise von den Rohölnotierungen. Die Mineralölindustrie begründet dies häufig mit den internationalen Preisen für Fertigprodukte an den Börsenplätzen wie Rotterdam. Ein Bericht des deutschen Bundeskartellamts vom Februar 2025 warnte jedoch davor, dass solche Notierungen die Gefahr einer stillschweigenden Einigung auf überhöhte Preise begünstigen könnten. Einzelne Marktteilnehmer stünden zudem im Verdacht, Preisindizes durch selektive Datenmeldungen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Dies führt zu verstärkten Forderungen an die europäische Politik, die Transparenz auf den Raffineriemärkten und im Großhandel zu erhöhen.

Für die kommenden drei Jahre sorgt die Verlängerung der Spritpreisverordnung für eine gewisse Planungssicherheit bei den Konsumenten. Die Regelung sieht vor, dass Tankstellenbetreiber Preiserhöhungen nur einmal täglich um 12:00 Uhr mittags vornehmen dürfen, während Preissenkungen jederzeit möglich sind. Statistisch gesehen ist das Tanken daher kurz vor der Mittagsstunde am preiswertesten. Verbraucherschützer raten dringend dazu, mobile Apps für den Preisvergleich zu nutzen, um den Wettbewerbsdruck auf teure Anbieter zu erhöhen. Da die wirtschaftliche Belastung durch Mobilitätskosten ein zentraler Faktor für Haushalte bleibt, steht die Preisbildung weiterhin unter intensiver Beobachtung der Wettbewerbsbehörden.

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