Intercity Express (Foto: Jan Gruber).
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Pünktlichkeit im Fernverkehr der Deutschen Bahn erreicht neuen Tiefstand

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Die Pünktlichkeitswerte der Deutschen Bahn im Fernverkehr haben im Jahr 2025 einen weiteren historischen Tiefpunkt erreicht. Laut aktuellen Erhebungen erreichten lediglich 60,1 Prozent der ICE- und Intercity-Züge ihre Ziele planmäßig, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeutet, in dem die Quote noch bei 62,5 Prozent lag. Ein Blick auf die langfristige Entwicklung verdeutlicht die Schwere der operativen Krise: Vor zehn Jahren, im Jahr 2015, lag der Anteil pünktlicher Züge noch bei 74,4 Prozent. Die Bahn definiert einen Zug offiziell als verspätet, wenn er mehr als sechs Minuten nach der fahrplanmäßigen Ankunftszeit eintrifft, wobei ausgefallene Züge in dieser Statistik oft gar nicht erst berücksichtigt werden.

Als Hauptursachen für die mangelnde Zuverlässigkeit führt der Staatskonzern das veraltete und marode Schienennetz an, das derzeit an zahlreichen Stellen gleichzeitig saniert werden muss. Diese Baustellen führen zu massiven Kapazitätsengpässen, besonders an den hochbelasteten Fernverkehrsknoten wie Frankfurt, Köln oder Hamburg. Hier stauen sich die Züge regelmäßig, da die Infrastruktur für das aktuelle Verkehrsaufkommen nicht mehr ausgelegt ist. Zudem erschweren technische Defekte an den Fahrzeugflotten sowie Personalengpässe den stabilen Betrieb. Die Konzernleitung sicherte zu, dass eine Trendwende eingeleitet sei, räumte jedoch ein, dass das Ziel für das Jahr 2026 zunächst lediglich in einer Stabilisierung der Werte auf dem Niveau von mindestens 60 Prozent besteht.

Zusätzliche Recherchen im Umfeld des Bundesverkehrsministeriums zeigen, dass der Druck auf das Management der Deutschen Bahn wächst. Kritiker werfen dem Konzern vor, die Modernisierung der Infrastruktur über Jahrzehnte vernachlässigt zu haben, während gleichzeitig das Angebot im Fernverkehr stetig ausgeweitet wurde. Um die Situation zu entspannen, hat der Bund Milliardeninvestitionen in das sogenannte Korridornetz zugesagt, was jedoch kurz- und mittelfristig durch großflächige Sperrungen und Umleitungen zunächst zu noch mehr Verzögerungen führen dürfte. Experten warnen, dass eine spürbare Verbesserung für die Fahrgäste aufgrund der Komplexität der Baumaßnahmen erst gegen Ende des Jahrzehnts realistisch sei.

Die unzureichende Pünktlichkeit hat auch direkte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Bilanz des Konzerns, da die Entschädigungszahlungen an Fahrgäste aufgrund von Verspätungen im Jahr 2025 erneut Rekordsummen erreichten. Während die Deutsche Bahn auf die notwendige Sanierung verweist, fordern Fahrgastverbände eine transparentere Kommunikation und verlässlichere Ersatzkonzepte. Die Hoffnung der Konzernspitze, die 60-Prozent-Marke im Jahr 2026 halten zu können, gilt in Fachkreisen als ambitioniertes Minimalziel, da die Anzahl der geplanten Baumaßnahmen auf den Hauptachsen im laufenden Jahr weiter ansteigen wird.

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