Airbus A380 (Foto: Pixabay).
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Qantas A380 landet notfallmäßig in Baku: Herznotfall an Bord erzwingt Zwischenstopp

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Ein Airbus A380 der australischen Fluggesellschaft Qantas, welcher auf dem Weg von London nach Singapur war, mußte am 8. Juni 2025 notfallmäßig in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans, landen. Der Grund für die unplanmäßige Landung war ein Herzstillstand bei einer Passagierin an Bord, die dringend medizinische Hilfe benötigte.

Der Flug, der ursprünglich von London-Heathrow um 21:12 Uhr Ortszeit gestartet war, befand sich bereits rund fünfeinhalb Stunden in der Luft und näherte sich der Grenze zwischen Turkmenistan und Afghanistan, als sich das Drama ereignete. Die schnelle Entscheidung der Besatzung, nach Baku auszuweichen, ermöglichte es, der Dame in ihren 60ern umgehend Hilfe zukommen zu lassen.

Dramatische Momente über Zentralasien

Der Qantas-Flug QF002, eine tägliche Verbindung von London über Singapur nach Sydney, hatte eine geplante Flugdauer von 13 Stunden bis Singapur. Laut Flugdaten von Flightradar24 war das Flugzeug in einer Höhe von 37.000 Fuß unterwegs, als sich der medizinische Notfall ereignete. Ein auf dem Flug anwesender Arzt, Dr. Hamish Urquhart, berichtete gegenüber australischen Medien, daß die Passagierin, eine Frau in ihren 60ern, die mit ihrem Ehemann aus dem Vereinigten Königreich reiste, mitten im Flug einen schweren kardialen Notfall erlitt. Glücklicherweise befanden sich neben Dr. Urquhart auch ein Augenarzt und ein pensionierter Chirurg aus Melbourne an Bord, welche umgehend erste Hilfe leisteten und die Patientin stabilisieren halfen, während die Besatzung die Notlandung vorbereitete.

Dr. Urquhart schilderte, daß der Pilot eine „dramatische 180-Grad-Wende“ vollziehen mußte, um Baku zu erreichen. Baku war der nächstgelegene Flughafen, der in der Lage ist, ein großes Flugzeug vom Typ Airbus A380 aufzunehmen. Er beschrieb die Situation an Bord als „etwas stressig, da wir in Richtung Afghanistan flogen“, bevor die Richtungsänderung erfolgte. Der Airbus A380 landete schließlich gegen 07:55 Uhr Ortszeit in Baku auf dem Internationalen Flughafen Heydar Aliyev (GYD), rund sieben Stunden und 40 Minuten nach dem Abflug in London. Die erkrankte Passagierin wurde umgehend in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht, wo sie medizinisch versorgt werden konnte.

Folgen der unplanmäßigen Landung für die Passagiere

Nach der erfolgreichen und ereignislosen Landung des A380, der rund 400 Passagiere an Bord hatte, sah sich der Flughafen Baku, obwohl er als Ausweichflughafen für Qantas-Flüge vorgesehen ist, durch die plötzliche Ankunft einer solch großen Passagierzahl doch etwas überrascht. Die Fluggesellschaft mußte sich um die notwendigen Visa für alle Passagiere kümmern und Übernachtungsmöglichkeiten organisieren. Dr. Urquhart berichtete, daß die Passagiere mehrere Stunden warten mußten, bis Qantas diese Formalitäten und die Unterbringung in einem Hotel regeln konnte.

Ein Sprecher von Qantas bestätigte, daß die unplanmäßige Landung dazu führte, daß die Dienstzeiten der Besatzung überschritten wurden. Dies machte es unmöglich, den Flug noch am selben Tag fortzusetzen, da die Crew die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit einhalten mußte. Alle Passagiere erhielten eine Übernachtungsmöglichkeit in Baku und sollten am 9. Juni 2025 mit einer Ersatzmaschine oder auf andere Weise ihre Reise nach Singapur fortsetzen können. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung befand sich das betreffende Qantas A380-Flugzeug mit der Kennung VH-OQB noch in Baku, sollte jedoch später am 9. Juni 2025 den Weiterflug nach Singapur antreten. Solche ungeplanten Zwischenstopps sind für Fluggesellschaften und Flughäfen stets eine logistische Herausforderung, da sie schnell Unterkünfte, Verpflegung und Transport für eine große Anzahl von Personen bereitstellen müssen, während die operativen Vorschriften für die Besatzung eingehalten werden müssen.

Baku als Ausweichflughafen und frühere Vorfälle

Der Internationale Flughafen Heydar Aliyev in Baku ist nicht zum ersten Mal Ziel einer unplanmäßigen Landung eines Qantas Airbus A380. Bereits im Dezember 2022 mußte ein anderer Qantas A380, der von Singapur nach London unterwegs war, nach etwa zehn Stunden Flugzeit nach Baku umgeleitet werden. Damals war der Grund eine Warnanzeige für Rauchentwicklung im Frachtraum. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um eine Fehlfunktion der Warnleuchte. Trotzdem hatte die Fluggesellschaft bereits eine weitere A380 aus Sydney entsandt, um die gestrandeten Passagiere abzuholen und nach London zu fliegen. Das damals beteiligte Flugzeug war ebenfalls Teil der zehn Flugzeuge umfassenden A380-Flotte von Qantas.

Solche Zwischenfälle, auch wenn sie letztendlich durch eine Fehlfunktion oder einen medizinischen Notfall verursacht werden, unterstreichen die Bedeutung eines robusten Netzwerks von Ausweichflughäfen, die in der Lage sind, große Flugzeuge abzufertigen und die notwendigen Dienstleistungen zu erbringen. Die A380, als eines der größten Passagierflugzeuge der Welt, erfordert spezielle Infrastruktur und Ausrüstung für die Abfertigung, was die Auswahl der geeigneten Ausweichflughäfen einschränkt. Die Fähigkeit von Baku, den Superjumbo aufzunehmen und die Passagiere zu versorgen, bestätigt seine Rolle als wichtiger Knotenpunkt für solche Notfälle in der Region. Diese Ereignisse sind auch ein Test für die Krisenmanagementfähigkeiten der Fluggesellschaften, um auf unvorhergesehenes schnell und effizient zu reagieren und die Auswirkungen für die Reisenden so gering wie möglich zu halten.

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