Heckflossen (Foto: American Airlines).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Rassismusvorwürfe gegen American Airlines: Klage nach mutmaßlicher Diskriminierung auf Hochzeitsreise

Werbung

Ein frisch verheiratetes Paar aus Phoenix, Arizona, hat American Airlines wegen Rassendiskriminierung und falscher Inhaftierung verklagt. Der Vorfall ereignete sich im September 2022 auf einem Flug von Phoenix nach Miami und hat laut der Klage zu erheblichen emotionalen Belastungen bei dem Ehepaar geführt. Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die anhaltenden Vorwürfe systematischer Diskriminierung bei der Fluggesellschaft.

Anthony Williams, ein 63jähriger Afroamerikaner und ehemaliger Polizeibeamter, und seine 34jährige russische Ehefrau Katsiaryna Shasholka befanden sich auf ihrer Hochzeitsreise, als sie Opfer eines Verdachts auf Menschenhandel wurden. Ein Mitreisender meldete Williams der Flugbesatzung, da er glaubte, Shasholka werde gegen ihren Willen festgehalten.

Die Klage, die vor einem Gericht in Florida eingereicht wurde, wirft der Fluggesellschaft vor, den Vorwurf nicht ordnungsgemäß untersucht und die Situation stattdessen eskaliert zu haben. Nach der Landung in Miami wurde das Paar von der Polizei abgeführt und verhört – ein Vorfall, der vor den Augen anderer Passagiere stattfand und von einer Kamera aufgezeichnet wurde. Laut Williams gab es während des gesamten Fluges keinerlei Anzeichen für Zwang oder Bedrohung. Das Paar hatte Selfies gemacht und sich offensichtlich amüsiert.

Emotionale Folgen

In der Klage schildert das Ehepaar die demütigenden und traumatischen Folgen des Vorfalls. Williams und Shasholka berichten von Schlaflosigkeit, Panikattacken und anhaltender Angst. Besonders Shasholka erlitt kurz darauf eine Panikattacke während eines weiteren Fluges nach Dubai.

Obwohl das Paar eine Beschwerde bei American Airlines einreichte, erhielten sie laut Williams keine Antwort. Dies habe die Frustration und die emotionale Belastung zusätzlich verstärkt.

American Airlines erklärte, die Vorwürfe der Klage ernst zu nehmen und zu prüfen. Ein Sprecher betonte, daß das Unternehmen jedem Passagier eine positive Erfahrung bieten wolle. Dennoch häufen sich Berichte über Diskriminierungsvorfälle bei der Airline, was das Image der Fluggesellschaft zunehmend belastet.

Ein wiederkehrendes Muster?

Die Klage von Williams und Shasholka ist kein Einzelfall. Bereits 2023 hatte ein ähnlicher Vorfall für Aufsehen gesorgt: Der afroamerikanische Musiker David Ryan Harris wurde fälschlicherweise des Menschenhandels mit seinen eigenen gemischtrassigen Kindern verdächtigt. Auch hier hatte eine Flugbegleiterin die Polizei eingeschaltet.

Laut Berichten der New York Times stand American Airlines bereits 2017 wegen Vorwürfen systematischer Diskriminierung in der Kritik. Die Bürgerrechtsorganisation NAACP veröffentlichte damals eine Reisewarnung für Afroamerikaner, die auf wiederholte Fälle von rassistischer Voreingenommenheit bei der Fluggesellschaft hinwies. Diese Warnung wurde erst aufgehoben, nachdem das Unternehmen versprach, Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt und Gleichberechtigung zu ergreifen.

Die rechtliche Dimension

Die Bürgerrechtsanwältin Jasmine Rand, bekannt für ihre Arbeit in prominenten Fällen wie denjenigen von Trayvon Martin und George Floyd, vertritt das Ehepaar. Sie bezeichnet den Vorfall als weiteres Beispiel für rassistische Profilierung durch American Airlines. In der Klage wird ein Schadenersatz von 75.000 Dollar gefordert, um die emotionalen und psychischen Schäden zu kompensieren.

Rand erklärte in einem Interview, daß Vorfälle wie dieser zeigen, wie tief Rassendiskriminierung in den Strukturen von Unternehmen verankert sei. Sie forderte umfassendere Maßnahmen, um derartige Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

Der Fall wird nicht nur die rechtliche Verantwortung von American Airlines klären, sondern auch erneut die Diskussion über rassistische Voreingenommenheit in der Luftfahrtbranche anstoßen. Für Williams und Shasholka bleibt die Hochzeitsreise ein traumatisches Erlebnis, das das Vertrauen in die Fluggesellschaft und die Branche nachhaltig erschüttert hat.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung