Am Sonntag musste eine Boeing 737 MAX 8200 der Fluggesellschaft Ryanair vor dem Start am Flughafen Krakau evakuiert werden. Ursache war nach Angaben des Unternehmens eine Rauchentwicklung in der hinteren Bordküche. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder verliessen das Flugzeug über die Notrutschen und Notausgänge an den Tragflächen.
Bei dem betroffenen Flugzeug handelt es sich um eine besonders junge Maschine mit der Kennung EI-ILN. Ryanair hatte das Flugzeug, eine Variante der 737 MAX 8, die speziell für Billigfluggesellschaften wie Ryanair mit erhöhter Sitzplatzkapazität ausgelegt ist, erst Ende September vom Hersteller Boeing übernommen. Der Vorfall ereignete sich, als die Maschine für den Umlauf zwischen Bristol und Krakau auf der Parkposition stand.
Die Evakuierung erfolgte routinemäßig über die Notrutschen, um die Sicherheit an Bord schnellstmöglich zu gewährleisten. Berichten zufolge kam es jedoch bei solchen Evakuierungen in der Vergangenheit, auch bei Ryanair, vereinzelt zu leichten Verletzungen bei Passagieren. Unbestätigte Berichte über diesen Vorfall erwähnten ebenfalls Verletzungen, da einige Passagiere offenbar direkt von der Tragfläche auf den Boden sprangen. Die schnelle Reaktion der Crew und die eingeleitete Evakuierung standen im Vordergrund, um der gemeldeten Rauchentwicklung entgegenzuwirken.
Die Untersuchung des genauen technischen Defekts, der zur Rauchentwicklung in der Bordküche führte, wird nun anlaufen. Die Boeing 737 MAX steht seit ihrer Wiederzulassung nach den Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 unter besonderer Beobachtung. Ryanair ist einer der größten Abnehmer dieses Flugzeugtyps und setzt diesen intensiv in ihrem europäischen Streckennetz ein.