Die regionale Fluggesellschaft KLM Cityhopper hat mit der schrittweisen Reaktivierung ihrer Embraer E195-E2-Flotte begonnen, nachdem Teile der Maschinen über ein Jahr lang am Flughafen Twente eingelagert waren. Grund für die vorübergehende Stilllegung waren massive Engpässe bei der Lieferung und Wartung der Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney Geared Turbofan (GTF).
Diese technischen Herausforderungen betrafen nicht nur die niederländische Fluggesellschaft, sondern führten weltweit bei verschiedenen Betreibern zu Flugzeugmangel. Insgesamt vier Maschinen mussten in den Langzeitspeicher überführt werden, wobei Triebwerke, Hilfstriebwerke und Batterien demontiert wurden, um die begrenzten Ressourcen für den restlichen Flugbetrieb zu nutzen.
Um die Flugzeuge während der Standzeit vor Witterungseinflüssen und Korrosion zu schützen, kam ein spezielles Konservierungsverfahren zum Einsatz. Die Jets wurden vollständig in eine schützende Kunststofffolie eingehüllt, ein Prozess, der in der Branche als „Cocooning“ bezeichnet wird. Diese Versiegelung umfasste sowohl die Außenhülle als auch empfindliche Innenbereiche und wurde nach strengen Vorgaben des Herstellers Embraer durchgeführt. Die Vorbereitung jeder einzelnen Maschine für diese Lagerung nahm etwa sechs Wochen in Anspruch, um die Integrität der Flugzeugstruktur und der verbliebenen Systeme während der Standzeit im Freien zu gewährleisten.
Der Prozess der Wiederinbetriebnahme ist nun angelaufen, da sich die Verfügbarkeit der benötigten Triebwerkskomponenten stabilisiert hat. Das erste Flugzeug, registriert unter dem Kennzeichen PH-NXA, wird derzeit am Flughafen Twente ausgepackt und für den Überführungsflug vorbereitet. Die Reaktivierung ist ein zeitaufwendiges Unterfangen, das pro Maschine etwa zwei Monate in Anspruch nimmt. Neben der Entfernung der Schutzfolien und der Neuinstallation von Fahrwerken und Triebwerken müssen die Maschinen umfassende technische Inspektionen durchlaufen. Zusätzlich nutzt die Fluggesellschaft die Standzeit für Upgrades, wie etwa die Installation von WLAN-Systemen in der Kabine, um den Standard der restlichen Flotte anzugleichen.
Zwei der eingelagerten Maschinen befinden sich bereits in der aktiven Vorbereitungsphase, während die restlichen beiden Einheiten bis zum Herbst 2026 wieder in den aktiven Flugdienst integriert werden sollen. Diese Kapazitätserweiterung ist für KLM Cityhopper von strategischer Bedeutung, um die regionale Konnektivität ab dem Drehkreuz Amsterdam Schiphol wieder auf das geplante Niveau zu heben. Die Branche beobachtet die Rückkehr der GTF-betriebenen Flugzeuge genau, da die globalen Lieferkettenstörungen in den vergangenen zwei Jahren zu erheblichen Einnahmeverlusten und Flugplanstreichungen im europäischen Regionalverkehr geführt hatten.