Der Flugzeugsitzhersteller Recaro Aircraft Seating hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Rekordumsatz von 710 Millionen Euro abgeschlossen und damit ein zweistelliges Wachstum im Vergleich zum Vorjahr erzielt.
Wie das Unternehmen im Rahmen der Fachmesse Aircraft Interiors Expo (AIX) in Hamburg bekannt gab, wurden im vergangenen Jahr rund 120.000 Sitze produziert. Um seine Marktposition zu festigen, investiert der Zulieferer kontinuierlich etwa zehn Prozent seines jährlichen Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Diese Strategie zielt darauf ab, durch technische Neuerungen und Gewichtsreduzierungen Wettbewerbsvorteile in der Luftfahrtindustrie zu sichern.
Im Zentrum der diesjährigen Produktpräsentationen steht der Business-Class-Demonstrator „R7 Horizon“, der für den Einsatz in Langstreckenflugzeugen wie dem Airbus A350 oder der Boeing 787 konzipiert wurde. Das Modell zeichnet sich durch eine Gewichtseinsparung von rund 20 Prozent gegenüber herkömmlichen Sitzen aus. Zu den technischen Besonderheiten gehört eine KI-gestützte Sprachsteuerung, die Befehle in mehr als 90 Sprachen verarbeiten kann. Zudem wurde das Beleuchtungssystem „Lumina Sync“ integriert, welches die Sitzbeleuchtung mit dem Lichtmanagement der Flugzeugkabine synchronisiert, um Passagieren die Anpassung an neue Zeitzonen zu erleichtern.
Ein weiterer technologischer Schwerpunkt liegt auf der Effizienzsteigerung im Wartungsbereich durch sogenannte Predictive-Maintenance-Funktionen. Diese Sensortechnik ermöglicht es Fluggesellschaften, den Zustand der Sitze in Echtzeit zu überwachen und notwendige Reparaturen einzuleiten, bevor Defekte den Flugbetrieb beeinträchtigen. Im Bereich der Economy-Klasse stellt das Unternehmen die Modelle R1 und R2 vor, die durch optimierte Lehnenneigungen und integrierte Halterungen für mobile Endgeräte überzeugen sollen. Zusätzliche Ausstattungsvarianten umfassen moderne USB-C-Ladeanschlüsse, um dem steigenden Bedarf an Konnektivität an Bord gerecht zu werden.
Neben den technologischen Innovationen arbeitet Recaro an der Erprobung neuer Werkstoffe für die Kabinenausstattung. Im Konzept „R Sphere“ werden alternative Materialien wie modifizierte Holz-Inlays und Textilien aus aufbereiteten Kunststoffen getestet. Erste Komponenten dieser Entwicklung werden bereits in Nachrüstkits für Fluggesellschaften wie Iberia eingesetzt. Parallel dazu forscht das Unternehmen an der Nutzung von Naturfasern für Armlehnen und anderen Bauteilen, um die Materialvielfalt zu erhöhen. Die konsequente Ausrichtung auf technologische Exzellenz und Gewichtsoptimierung bleibt dabei der zentrale Pfeiler der Unternehmensstrategie für die kommenden Jahre.