Das private tschechische Eisenbahnverkehrsunternehmen RegioJet bereitet eine betriebliche Netzausweitung im Personennah- und Fernverkehr vor und hat eine umfangreiche Rekrutierungskampagne gestartet.
Das Unternehmen sucht Personal für mehrere hundert Positionen, darunter Triebfahrzeugführer, Zugbegleiter, Instandhaltungstechniker und Vertriebsmitarbeiter. Der Schwerpunkt der Personalgewinnung liegt auf den Knotenpunkten Prag und Brünn sowie den Regionen Vysočina und Ústí nad Labem (Aussig).
Grund für den erhöhten Personalbedarf ist der Betriebsstart auf der Schnellzuglinie R9 ab Dezember 2026, die Prag über Havlíčkův Brod und Jihlava mit Brünn verbindet. Die Linie wird nach einer öffentlichen Ausschreibung des tschechischen Verkehrsministeriums von RegioJet übernommen. Zudem baut das Unternehmen seine Regionalverkehrsleistungen im Nordwesten des Landes aus. Für die neuen Strecken setzt der Betreiber auf neue Elektrotriebzüge des Herstellers PESA auf der R9-Route sowie auf Einheiten von Škoda im Regionalnetz Ústí nad Labem.
Die Rekrutierungsmaßnahme findet vor dem Hintergrund eines allgemeinen Fachkräftemangels im europäischen Schienenverkehrssektor statt. Insbesondere bei Triebfahrzeugführern herrscht auf dem mitteleuropäischen Markt ein intensiver Wettbewerb zwischen staatlichen und privaten Eisenbahnunternehmen. RegioJet versucht, Bewerber durch Ausbildungsprogramme für Quereinsteiger sowie die Möglichkeit zur Qualifikation für den grenzüberschreitenden Einsatz nach Deutschland, Österreich, Polen und in die Slowakei zu gewinnen.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die fristgerechte Bereitstellung von geschultem Betriebspersonal eine Schlüsselbedingung für die Einhaltung der vertraglichen Qualitäts- und Fahrplanvorgaben gegenüber den Aufgabenträgern darstellt. Personelle Engpässe führten in der Vergangenheit bei mehreren Bahnunternehmen in der Region zu Zugausfällen und Einschränkungen im Betriebsablauf, weshalb die Verlässlichkeit des Rekrutierungsprozesses für den künftigen Netzausbau entscheidend ist.